António Lobo Antunes
Elefantengedächtnis

CoverTaschenbuch, 224 Seiten, 11,8 x 18,7 cm, ISBN 978-3-442-73424-5. München: btb Verlag 2006. € 8.50 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular

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Autobiographischer Roman über einen Tag im Leben eines Psychiaters in Lissabon, seine sinnlose und menschenunwürdige Arbeit in der Anstalt Miguel Bombarda, seine zwiespältigen Erinnerungen an die Familie mit ihrem repressiven Katholizismus, an die gescheiterte Ehe und an weitere Dämonen. Aus dem Portugiesischen von Maralde Meyer-Minnemann

Original-Verlagsinfo

Wut und Hass, ätzende Kritik, boshafte Ausbrüche ins Phantastische, Skurrile und Komische - in Lobo Antunes' Erstling spricht einer, der sich an der Welt reiben muss, um nicht an ihr zugrunde zu gehen. Und in nuce enthält dieser autobiografische Roman, dessen Titel auf die Mutter des Autors zurückgeht - Er hat ein Elefantengedächtnis, sagt sie oft über den Sohn -, sämtliche Themen und sprachlichen Techniken des späteren weltweit gefeierten Literaten. Erzählt wird ein Tag im Leben eines Psychiaters in Lissabon und wie er versucht, die verschiedenen Dämonen, die ihn heimsuchen, auszutreiben. Als da sind: die Arbeit in der Irrenanstalt Miguel Bombarda; die Erinnerungen an die Familie, ein Paradebeispiel der portugiesischen Bourgeoisie samt ihrem zuckersüßen und gleichzeitig repressiven Katholizismus; die Ehe und der klägliche Versuch, die Trennung aufzuarbeiten; die Erfahrung im Krieg in Angola. Am Ende des Tages der Dämonen wird klar, dass es für diesen Mann nur einen Weg geben kann, den Kontakt mit der Welt zu halten: das Schreiben - weil es für ihn gleichbedeutend ist mit der Fähigkeit, am Leben zu sein.

Über den Autor

António Lobo Antunes wurde 1942 in Lissabon geboren. Er studierte Medizin, war während des Kolonialkrieges 27 Monate lang Militärarzt in Angola und arbeitete danach als Psychiater in einem Lissabonner Krankenhaus. Heute lebt er als Schriftsteller in seiner Heimatstadt. Lobo Antunes zählt zu den wichtigsten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. In seinem Werk, das mittlerweile zwanzig Titel umfasst und in über dreißig Sprachen übersetzt worden ist, setzt er sich intensiv und kritisch mit der portugiesischen Gesellschaft auseinander. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den "Großen Romanpreis des Portugiesischen Schriftstellerverbandes", den "msterreichischen Staatspreis für Europäische Literatur", den "Jerusalem-Preis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft" und zuletzt 2007 den Camões-Preis.

Weitere Bücher von Antunes im Antipsychiatrieversand: Einblick in die Hölle

Pressestimme

"Die Romane von António Lobo Antunes sind vielstimmige, reich instrumentierte Gesänge auf die Vergänglichkeit des Menschen. Und sie folgen dem Paradox großer Literatur: Sie handeln von der Hoffnungslosigkeit, und sie lassen uns doch reicher zurück: Trotz alledem." Süddeutsche Zeitung