Jens Bergmann
Der Tanz ums Ich – Risiken und Nebenwirkungen der Psychologie

CoverKartoniert, 240 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, ISBN 978-3-570-55267-4. München: Pantheon Verlag 2015. € 14.99 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Über den Mythos der Psychologie, ihre intellektuelle Genügsamkeit, Geschäftstüchtigkeit, Kontextblindheit und Übergriffigkeit. Originalausgabe

Original-Verlagsinfo

Die Psychologie auf der Couch

Wer bin ich? Und warum bin ich, wie ich bin? Was geht in mir vor und was in den anderen? Diese Fragen bewegen uns, weil uns unsere Mitmenschen rätselhaft erscheinen und weil es uns mit uns selbst häufig nicht anders ergeht. Aufklärung und Hilfe verspricht die Psychologie. Sie ist die Religion unserer Zeit. Wie sie es so weit bringen konnte, auf welchem Mythos sie beruht und wie das Geschäft mit ihr funktioniert, zeigt dieses Buch: Es klärt auf über die Risiken und Nebenwirkungen der populärsten aller Wissenschaften.

Psychologen fühlen sich in allen gesellschaftlichen Sphären für alles zuständig. Sie behaupten, Intelligenz messen zu können ebenso wie Persönlichkeit und Kreativität. Sie deuten Emotionen, geben Anleitungen zu glückender Kommunikation und Selbstmanagement. Sie konstruieren Tests zur angeblich optimalen Online-Partnerwahl, sagen uns, wie wir unsere Ehe führen, unsere Kinder erziehen und welche Ziele wir im (Berufs-)Leben anstreben sollen. Psychologen diagnostizieren, ob wir normal sind oder nicht, und geben unseren Leiden einen Namen: vom posttraumatischen Stress- über das Messie- bis hin zum Burnout-Syndrom. Die Psychologie spendet einerseits Trost und nimmt uns andererseits an die Kandare. Jens Bergmann schildert, was den Reiz dieser Disziplin ausmacht und mit welchen Folgen der Glaube an sie verbunden ist. Er enthüllt das Grundproblem des psychologischen Denkens: Niemand kann anderen Menschen in den Kopf schauen. Von der Legende, es doch zu können, lebt eine ganze Industrie.

Über den Autor

Jahrgang 1964, seit 2008 Geschäftsführender Redakteur bei brand eins, seit 2001 Redakteur. Er arbeitete zuvor u.a. für Spiegel Reporter, Bild der Wissenschaft, Merian, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Pressestimme

Der Autor, ein Journalist mit abgeschlossenem Psychologiestudium, der früher für den Spiegel, Bild der Wissenschaft, Merian und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schrieb, analysiert jetzt den Mythos der Psychologie, ihre intellektuelle Genügsamkeit, Geschäftstüchtigkeit, Kontextblindheit und Übergriffigkeit. Insgesamt fehle ihr das organische Fundament, schreibt er, es handele sich eher um Glaubenslehren und Spekulationen. Dasselbe könnte er über die psychiatrische »Wissenschaft« sagen – sage ich. Aber er hat sich entschieden, sich mit der Psychoanalyse und Sigmund Freud zu beschäftigen, mit der experimentellen Psychologie und William Stern, der humanistischen Psychologie und Carl Rogers und vielen Psychologen mehr. Weitere Themen: Der vorauseilende Gehorsam von Psychologen in Deutschland gegenüber den Nazis und die daraus erfolgende offizielle Anerkennung ihres Berufstandes; Coaching; Selbstverbesserungsindustrie; NLP; Hellinger und seine Familienaufstellungen; Bhagwan; Intelligenztests; Rorschachtest; Burnout; DSM; Online-Partnerwahl; Verneinung des freien Willens (bei dem Gegenüber) u.v.m. Eine Ausnahmestellung nimmt bei Bergmann Klaus Holzkamp ein, der zu einer konstruktiven Grundlegung einer anderen Psychologie beigetragen habe mit seinem Konzept der Handlungsfähigkeit, die auf der Wahrnehmung der objektiven Welt in Form von Bedeutungen, welche wiederum die ökonomischen, kulturellen und sozial geprägten Erscheinungen der Welt seien, die den Menschen umgeben und die er selbst geschaffen habe. Durch die Abspaltung von der Philosophie habe die Psychologie das Wesen des Menschen aus dem Blick verloren, Erkenntnisfortschritte habe es in der Psychologie in den vergangenen Jahrzehnten kaum gegeben, statt dessen viel alter Wein in neuen Schläuchen. Und mit ihrer Hinwendung zur Hirnforschung würden sich Psychologen überflüssig machen und von Neurologen, den besseren Hirnforschern, ersetzt werden. Für alle, die den Überblick über die Psychologie verloren haben, hilft dieses sehr gut verstehbare Buch, einen neuen Überblick zu bekommen und deren Heilsversprechen kritisch zu bewerten. (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)