Jörg Blech
Die Psychofalle – Wie die Seelenindustrie uns zu Patienten macht

CoverTaschenbuch, 287 Seiten, 12,5 x 19 cm, ISBN 978-3-596-18620-4. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuchverlag 2016. € 9.99 / Preis in sFr / sofort lieferbar oder Bestellung mit Formular
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Über die Psychiatrisierung des Alltags, die Verflechtung vieler Psychiater, Psychologen und Neurologen mit der Pharmaindustrie, die zunehmende Psychiatrisierung von Kindern und Alten, die Erfindung immer neuer Diagnosen, die Medizinalisierung sozialer Probleme und über Auswege aus der Psychofalle. Originalausgabe 2014

Original-Verlagsinfo

Müde und ausgebrannt? Anstrengende und aggressive Kinder? Zerstreut und vergesslich? Lassen Sie sich nicht irre machen - Gefühle und Wünsche sind keine Krankheiten. Immer mehr Menschen mit Alltagsproblemen werden als psychisch krank abgestempelt zu Unrecht! Immer öfter werden gesellschaftliche Probleme wie Arbeitsbedingungen oder das Schulsystem zu Psychomacken Einzelner gemacht zu Unrecht! Hier ist ein Buch, das sich wehrt! Der Bestsellerautor Jörg Blech enthüllt, wie die Grenze zwischen psychisch gesund und gestört von Ärzten, Psychologen und Pharmafirmen zunehmend verschoben wird, und zeigt einen Ausweg aus der Psychofalle. Diagnose: unbedingt lesenswert.

Über den Autor

Jörg Blech, geboren 1966, studierte Biologie in Köln und Biochemie an der University of Sussex in Großbritannien. Er besuchte die "Henri-Nannen-Schule" in Hamburg und war anschließend Redakteur beim "Stern" und bei der "Zeit". Heute arbeitet er im Wissenschaftsressort des "Spiegel" in Hamburg. Jörg Blech ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern.

Stimme zum Buch

Jörg Blech, Redakteur im Wissenschaftsressort des Spiegel, schreibt über die ständig fortschreitende Psychiatrisierung des Alltags, die Verflechtung vieler Psychiater, Psychologen und Neurologen mit der Pharmaindustrie, die zunehmende Psychiatrisierung von Kindern und Alten, die Erfindung immer neuer Diagnosen, die Medizinalisierung sozialer Probleme und über Auswege aus der Psychofalle. Das Buch ist feuilletonistisch geschrieben, ähnlich wie eine Zusammenstellung diverser Spiegel-Artikel, wobei sich der Autor auf teils umstrittene Leute wie Klaus Dörner, Thomas Bock oder gar den Elektroschockbefürworter Manfred Lütz als Kronzeugen seiner Einschätzungen bezieht. Thema des gut lesbaren und unterschiedlichste Themenbereiche umfassenden Buches sind unter anderem Gustl Mollath; satirisch wie auch ernsthaft gemeinte Diagnosen (zum Beispiel Prämenstruelle dysphorische Störung, Posttraumatische Verbitterungsstörung, Sissi-Syndrom, Testosteronmangelsyndrom [bei älter werdenden Männern], Leichte neurokognitive Störung [bei normaler Altersvergesslichkeit], Demenz vom Typ präklinische Alzheimer-Erkrankung; das abgeschwächte Psychosesyndrom als Vorstufe richtiger Psychosen); der Boom leichter Befindlichkeitsstörungen; Psychiater wie Peter Falkai, die Gelder von der Pharmaindustrie nehmen; von pharmagesponserten Psychiatern entwickelte Behandlungsleitlinien; Ausbreitung von ADHS und Risikofaktoren für die Ritalin-Verschreibung (Geburtsmonat, Geschlecht, Entfernung zur nächsten Kinderpsychiatrie); Hirnschwund bei Menschen und Affen nach Neuroleptika-Konsum; die zunehmende Diagnostik bipolarer Störungen schon bei Kleinkindern; die Medikalisierung sozialer Ängste und Schüchternheit; die Utopie der Selbstoptimierung mit Pillen; u.v.m. Unter Verzicht auf eine Fundamentalkritik an der biologischen Psychiatrie plädiert Blech für saubere psychiatrische Diagnosen, ohne allerdings zu erklären, wie psychische Probleme maßgeblich sozialer Natur mit einer medizinisch-naturwissenschaftlichen Herangehensweise "sauber" diagnostiziert werden sollen. (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)