Elias Canetti
Masse und Macht

CoverKartoniert, 584 Seiten, 12 x 19 cm, ISBN 978-3-596-26544-2. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuchverlag, 33. Auflage 2014. € 14.95 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Über Massen, Meuten, Symbole und Eingeweide der Macht, Paranoia: »Nichts fürchtet der Mensch mehr als die Berührung durch Unbekanntes.« (Original 1960)

Original-Verlagsinfo

Noch immer trifft kein Buch die Problematik der gegenwärtigen Gesellschaft so zentral wie Masse und Macht. Auf die Fragen: Was ist Macht und was ist Masse? Wie verhalten sich beide zueinander? gibt Canettis umfassende, aus schier unendlichem Material – anthropologischen, soziologischen und historischen Quellen – erwachsene Untersuchung in unabhängigen, kühnen Thesen Antwort..

Masse und Macht sind Schlüsselbegriffe zum Verständnis unseres Zeitalters. Schon der junge Canetti war fasziniert und beunruhigt von den Phänomenen, die sich mit diesen Begriffen benennen lassen. Das Leben der Menschen folgt eigenartigen Gesetzen. Bereits als Kinder gehorchen wir den Befehlen unserer Erzieher. Früh sind wir angehalten, »freudig« unsere Pflicht zu tun. Aber auch die Gesellschaft im ganzen ist dem zwanghaften Mechanismus von Befehl und Gehorsam ausgesetzt. Um miteinander auszukommen, folgt die Masse bestehenden Gesetzen, doch kennt die Geschichte auch genügend Beispiele, wo die Massen blind dem Diktat eines Tyrannen oder einer Weltanschauung folgen. Aber Vorsicht! Massen entwickeln gelegentlich eine Eigendynamik – sie können aufhetzen und Minderheiten verfolgen, Könige oder Regierungen stürzen und selber die Macht für sich beanspruchen. Aus geknechteten Einzelnen bildet sich plötzlich eine revolutionäre Masse: Sklaven erheben sich gegen ihre Kolonialherren, Farbige gegen Weiße, Arbeiter gegen Unternehmer.

In seinem philosophischen Hauptwerk beschäftigt sich Canetti mit diesen Problemen. Kühn im Denken und von einer einzigartigen stilistischen Brillanz zieht der Autor uns von der ersten Seite an in seinen Bann. Anthropologische, soziologische und psychologische Aspekte durchdringen die essayistische Untersuchung gleichermaßen, und der Leser spürt, dass hier seine Sache verhandelt, über sein Schicksal nachgedacht wird.

Über den Autor

Elias Canetti, ausgezeichnet 1972 mit dem Georg-Büchner-Preis, 1975 mit dem Nelly-Sachs-Preis, 1977 mit dem Gottfried-Keller-Preis und 1981 mit dem Nobelpreis für Literatur, wurde am 25. Juli 1905 in Rustschuk, einer kleinen Stadt am bulgarischen Unterlauf der Donau, geboren. 1911 zog er mit seinen Eltern nach England und übersiedelte 1913 nach dem Tode des Vaters mit der Mutter nach Wien. In den Jahren 1916 – 1924 besuchte er Schulen in Zürich und Frankfurt am Main. Danach studierte er in Wien Naturwissenschaften und promovierte zum Doktor der Philosophie. Seitdem arbeitete er als freier Schriftsteller. 1938 verließ er Österreich und kehrte über Paris nach London zurück. Er lebte in Zürich und London und starb am 14. August 1994 in Zürich.