Hubert Fichte / Leonore Mau
Psyche – Annäherung an die Geisteskranken in Afrika

Cover Gebunden im Schuber, 336 Seiten, 86 farbige Abbildungen, 25,1 x 33,1 cm, ISBN 978-3-10-020730-2. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 2005. € 150.– / Preis in sFr / lieferbar innerhalb von 3 Tagen In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Expedition zu den Wurzeln der afroamerikanischen Naturreligionen, beispielhaft beobachtet an der Psychiatrie Afrikas

Original-Verlagsinfo

Die afroamerikanischen Religionen nehmen in den Texten von Hubert Fichte und in den Fotografien von Leonore Mau einen ganz besonderen Stellenwert ein. Zahlreiche Reisen nach Lateinamerika und Afrika waren dieser poetischen Erforschung gewidmet. Der hier vorliegende Bild- und Textband ist eine Expedition zu den Wurzeln der afroamerikanischen Naturreligionen, beispielhaft beobachtet an der Psychiatrie Afrikas. Damit wird - nach "Petersilie" und "Xango" - ein großartiges Lebenswerk vervollständigt und dokumentiert: Hubert Fichtes Texte und Leonore Maus Fotografien bieten eine kulturgeschichtliche Reise auf einen unbekannten Kontinent.

Es gibt eine afrikanische Psychiatrie - wie es traditionelle Botanik gibt, traditionelle Säuglingspflege, Stoffkunde, Minnesänger. Wenn man etwas übertreiben will, kann man sogar behaupten: Es gibt eine traditionelle afrikanische Psychoanalyse; eine afrikanische Chemotherapie der Geisteskrankheiten; afrikanische Gruppentherapien, Urschrei, Beschäftigungstherapie. Doch beruhen diese Systeme nicht auf unserem naturwissenschaftlichen Weltbild - sondern auf einem magischen, das ebenso unerbittlich funktioniert.

Die Erforschung der afrikanischen Psychiatrien ist schwierig. Hat man Dünkel und Schulterklopfen des eurozentrischen Neoimperialismus überwunden, stößt man sich an den vielen Institutionen, in welche sich die afrikanische Psychiatrie auffächert. Zwar gibt es in Afrika den Begriff der Geisteskrankheit und des Psychiaters, doch zur Erfassung von Krankengeschichten und Heilverfahren ist es immer wichtig, den religiösen und sozialen Hintergrund des Betroffenen genau zu kennen. Das ist eine Tautologie, die aber - wie wir sehen werden - nicht als eine solche erkannt wird.

Über Leonore Mau und Hubert Fichte

Leonore Mau, geboren 1916 in Leipzig, studierte Bühnenbildnerei. Ihre Fotografien fanden weltweite Aufmerksamkeit; zahlreiche Ausstellungen: zuletzt in der Kunsthalle Basel und im Grassi-Museum in Leipzig.

Hubert Fichte, geboren 1935 in Perleberg im Bezirk Schwerin, arbeitete in Hamburg als Schauspieler. Seit 1963 lebte er als freier Schriftsteller in Hamburg und wurde u.a. mit dem Hermann-Hesse-Preis und dem Fontane-Preis ausgezeichnet. Er starb 1986.