Michel Foucault
Die Anormalen – Vorlesungen am Collège de France (1974-1975)

CoverTaschenbuch, 476 Seiten, 10,8 x 17,7 cm, ISBN 978-3-518-29453-6. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 3. Auflage 2013. € 20.– / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Untersuchungen des Auftauchens von Normalisierungstechniken zusammen mit neu entstehenden Machtformen in Zusammenhang mit Überwachen und Strafen gegenüber Personengruppen, die gesellschaftlich als anormal stigmatisiert worden sind: Monstren wie z.B. Hermaphroditen oder siamesische Zwillinge, Korrektionsbedürftige wie z.B. Straftäter und schließlich Onanisten. Vorwort von François Ewald und Alessandro Fontana. Französische Originalausgabe 1999

Original-Verlagsinfo

Vom Januar 1971 bis zu seinem Tod im Juni 1984 hatte Michel Foucault den Lehrstuhl für die Geschichte der Denksysteme am Collège de France in Paris inne. Zu seinen Pflichten gehörte es, öffentliche, für jedermann zugängliche Vorträge zu halten. In diesen Vorträgen präsentierte er jeweils seine neuesten Forschungen. In den Vorlesungen vom Jahre 1975, die thematisch in engem Zusammenhang mit Überwachen und Strafen stehen, beschäftigt sich Foucault mit Personengruppen, die gesellschaftlich als anormal stigmatisiert worden sind. Dazu zählen, in der Reihenfolge ihres historischen Auftretens, die Monstren wie z.B. Hermaphroditen oder siamesische Zwillinge, die Korrektionsbedürftigen wie z.B. Straftäter und schließlich die Onanisten. An ihnen untersucht er das Auftauchen von Normalisierungstechniken zusammen mit den neu entstehenden Machtformen. Dabei geht er von dem Prinzip aus, dass diese Techniken und die damit entstehenden Normalisierungsmächte nicht nur einfach die Wirkung einer Begegnung des medizinischen Wissens mit der gerichtlichen Macht sind, sondern einen eigenständigen Typus der Macht ausbilden. Diese Macht kolonialisiert und verdrängt medizinisches Wissen und die Macht der Rechtsprechung und wirkt bis in die Neuformierung der Humanwissenschaften hinein. Die Art und Weise, wie sie sich ausgebildet und installiert hat, ohne sich jemals auf eine einzige Institution zu stützen, das Spiel, das sie zwischen den verschiedenen Institutionen betreibt, hat, so Foucault, unsere Gesellschaft bis heute zutiefst geprägt.

Über den Autor

Michel Foucault, geboren am 15. Oktober 1926 in Poitiers, seit 1970 Professor für Geschichte der Ideensysteme am College de France in Paris. Seine Arbeiten zur Geschichte des Wahnsinns, der Medizin, der Humanwissenschaften und des Gefängnisses irritierten das akademische Establishment zutiefst, weil sie die Ordnung von wahnsinnig/vernünftig, normal/anormal, wahr/falsch außer Kraft setzten. Foucault, als Student Mitglied der KPF, gehörte zu den Initiatoren der Gruppe »Gefängnis-Information« und der Gruppe »Gesundheits-Information«. Starb am 25. Juni 1984.

Weitere Bücher von Foucault im Antipsychiatrieversand: Das Leben der infamen Menschen   ·  Die Macht der Psychiatrie   ·  Mikrophysik der Macht – Über Strafjustiz, Psychiatrie und Medizin   ·  Psychologie und Geisteskrankheit   ·  Wahnsinn und Gesellschaft – Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits, Band 1: 1954-1969   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits, Band 2: 1970-1975   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits, Band 3: 1976-1979   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits, Band 4: 1980-1988. Mit Gesamtregister   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits I-IV