Michel Foucault
Die Macht der Psychiatrie

CoverTaschenbuch, 596 Seiten, 10,8 x 17,7 cm, ISBN 978-3-518-29752-0. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 2015. € 24.– / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Vorlesungen aus den Jahren 1973 bis 1974 über die Genealogie der modernen Psychiatrie, die behandlungsbestimmenden Dispositive und Wissenstechniken (mit Konzentration auf die Frühzeit der Psychiatrie von Pinel bis Charcot) sowie die doppelte "Depsychiatrisierung" des Wahnsinns in Neurowissenschaften und Psychoanalyse samt ihrer Auswirkung auf die Antipsychiatrie der 70er Jahre. Übersetzt von Claudia Brede-Konersmann und Jürgen Schröder. Deutsche Erstveröffentlichung 2005

Original-Verlagsinfo

in seinem epochalen Buch Wahnsinn und Gesellschaft unternahm Michel Foucault eine Archäologie der Trennung von Wahnsinn und Vernunft. Seine Untersuchungen enden dort mit der Medizinisierung des Wahnsinns zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In der hier vorliegenden Vorlesung am Collège de France nimmt Foucault den Faden wieder auf, verschiebt aber zugleich seine Deutungsperspektive. Nun geht es ihm um eine Genealogie der modernen Psychiatrie und der spezifischen Wissensformen, die sie hervorgebracht hat. Man kann, das ist die These dieses Buches, den Erkenntnissen der Psychiatrie über den Wahnsinn nur dann Rechnung tragen, wenn man sie ausgehend von den Dispositiven und den Wissenstechniken analysiert, die die Behandlung der Kranken bestimmen. Die Psychiatrie ist nicht Ergebnis eines neu gewonnenen Wissens über den Wahnsinn, sondern Resultat von disziplinären Dispositiven, die fortan dieses Wissen organisieren. Michel Foucaults Untersuchung konzentriert sich vor allem auf die Frühzeit der Psychiatrie von Pinel bis Charcot, also auf jene Periode, die der Geburt der Psychoanalyse vorhergeht und zugleich ihre diskursiven Bahnen vorzeichnet. Die Vorlesung schließt mit der doppelten "Depsychiatrisierung" des Wahnsinns in den Neurowissenschaften und der Psychoanalyse, deren Auswirkung über die Bewegung der Antipsychiatrie bis in die Gegenwart reicht.

Über den Autor

Michel Foucault, geboren am 15. Oktober 1926 in Poitiers, seit 1970 Professor für Geschichte der Ideensysteme am College de France in Paris. Seine Arbeiten zur Geschichte des Wahnsinns, der Medizin, der Humanwissenschaften und des Gefängnisses irritierten das akademische Establishment zutiefst, weil sie die Ordnung von wahnsinnig/vernünftig, normal/anormal, wahr/falsch außer Kraft setzten. Foucault, als Student Mitglied der KPF, gehörte zu den Initiatoren der Gruppe »Gefängnis-Information« und der Gruppe »Gesundheits-Information«. Starb am 25. Juni 1984.

Weitere Bücher von Foucault im Antipsychiatrieversand: Die Anormalen – Vorlesungen am Collège de France (1974-1975)   ·  Das Leben der infamen Menschen   ·  Mikrophysik der Macht – Über Strafjustiz, Psychiatrie und Medizin   ·  Psychologie und Geisteskrankheit   ·  Wahnsinn und Gesellschaft – Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits: Band 1, 1954-1969   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits: Band 2, 1970-1975   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits: Band 3, 1976-1979   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits: Band 4, 1980-1988. Mit Gesamtregister   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits I-IV