Michel Foucault
Mikrophysik der Macht – Über Strafjustiz, Psychiatrie und Medizin

CoverKartoniert, 135 Seiten, 12 x 17 cm, ISBN 978-3-920986-79-1. Berlin: Merve Verlag 1976. € 9.– / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular

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Interviews mit Foucault über den Unterdrückungscharakter der im Titel genannten Institutionen. Auseinandersetzung mit den Theorien von Thomas Szasz. Aus dem Französischen von Walter Seitter / Hans U. Möhring / Hans J. Metzger / Werner Garst / Ulrich Raulf / Gerborg Treusch-Dieter.

Original-Verlagsinfo

"Wenn die Gespräche Foucaults integraler Bestandteil seines Werkes sind, so deshalb, weil sie die historische Problemstellung jedes seiner Bücher auf die Konstruktion des aktuellen Problems (Wahnsinn, Bestrafung oder Sexualität) hin verlängern." (G. Deleuze, 1986)

Michel Foucaults Erkenntnisinteresse richtet sich auf jene wichtige, aber oft vernachlässigte Grauzone zwischen Ökonomie und Politik/Staat, auf das, was er »Mikrophysik der Macht« und »politische Ökonomie des Körpers« nennt. »Nichts ist materieller, nichts physischer, körperlicher als die Ausübung von Macht... Welche Art Besetzung des Körpers ist für das Funktionieren einer kapitalistischen Gesellschaft wie der unseren notwendig und hinreichend?«

»Man gibt leicht dem sozialen Feld eine gewisse Undurchsichtigkeit, wenn man dort auf nichts anderes zielt als auf die Produktion und das Begehren oder auf die Ökonomie und das Unbewusste. Tatsächlich aber gibt es eine ganz transparente Zwischenschicht zu analysieren, die sich enthüllt, untersucht man die Strategien der Macht, in denen die Soziologen nur das stumme System oder das Unbewusste der Regeln, die Epistemologen nur schlecht kontrollierte ideologische Wirkungen erblicken. Da genau kann man die perfekt geführten und kalkulierten Strategien der Macht sehen. Die Strafjustiz ist ein Beispiel dafür...«

»Wenn die Macht nur Unterdrückungsfunktionen wahrnähme, wenn sie nur noch auf die Weise der Zensur, des Ausschließens, des Absperrens, der Verdrängung, in der Art eines großen Über-Ichs arbeitete, wäre sie sehr zerbrechlich. Wenn sie stark ist, dann deshalb, weil sie auf der Ebene des Begehrens positive Wirkungen produziert – das weiß man inzwischen – und auch auf der Ebene des Wissens. Die Macht, weit entfernt davon, Wissen zu verhindern, bringt es hervor ...«

Über den Autor

Michel Foucault, geboren am 15. Oktober 1926 in Poitiers, seit 1970 Professor für Geschichte der Ideensysteme am College de France in Paris. Seine Arbeiten zur Geschichte des Wahnsinns, der Medizin, der Humanwissenschaften und des Gefängnisses irritierten das akademische Establishment zutiefst, weil sie die Ordnung von wahnsinnig/vernünftig, normal/anormal, wahr/falsch außer Kraft setzten. Foucault, als Student Mitglied der KPF, gehörte zu den Initiatoren der Gruppe »Gefängnis-Information« und der Gruppe »Gesundheits-Information«. Starb am 25. Juni 1984. In diesem Band sind erstmals seine politischen Stellungnahmen zusammengetragen.

Weitere Bücher von Foucault im Antipsychiatrieversand: Die Anormalen – Vorlesungen am Collège de France (1974-1975)   ·  Das Leben der infamen Menschen   ·  Die Macht der Psychiatrie   ·  Psychologie und Geisteskrankheit   ·  Wahnsinn und Gesellschaft – Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits: Band 1, 1954-1969   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits: Band 2, 1970-1975   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits: Band 3, 1976-1979   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits: Band 4, 1980-1988. Mit Gesamtregister   ·  Schriften in vier Bänden – Dits et Ecrits I-IV