Andreas Gehrke
Ausbruch aus dem Angstkäfig – Ein Stimmenhörer berichtet

CoverKartoniert, 166 Seiten, 12,5 x 19 cm, ISBN 978-3-926200-53-2. Neumünster: Paranus Verlag, 2. Auflage 2007. € 12.80 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorboder Bestellung mit Formular

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Schilderung einer ängstigenden Reise in die Stimmenwelt und des nach Jahren geglückten Aufbruchs aus dem Angstkäfig. Plädoyer für ein besseres Verständnis für Stimmen hörende Menschen. Erstausgabe 2003

Original-Verlagsinfo

Über zehn Jahre kämpfte Andreas Gehrke in mindestens 15 psychotischen Episoden mit aufdringlichen Stimmen aus »Himmel und Hölle«, die Macht über ihn zu haben schienen. In diesem einmalig präzisen und erhellenden Bericht eines Stimmenhörers schildert Gehrke seine ängstigende Reise in die Stimmenwelt – aber auch den nach Jahren geglückten Aufbruch aus dem Angstkäfig.

In einem Prozess des Umdenkens und Umlenkens gelingt es ihm, die Botschaften der Stimmen zu entschlüsseln, so dass schließlich die Feinde zu Freunden werden, die ihn auf das hinweisen, was zuvor verdrängt und ausgeblendet war. Dieses Buch richtet sich nicht nur an Stimmenhörende selbst, sondern ermöglicht vor allem all denen ein besseres Verständnis, die mit Stimmen hörenden Menschen zusammenleben und in der psychiatrischen Praxis und Forschung tätig sind.

Über den Autor

Andreas Gehrke wurde am 5. Mai 1946 in Dresden geboren. Nach einem längeren Dienst in der Volksarmee, bei dem er sich gleichzeitig zum Archivar ausbilden ließ, nahm er ein Historikerstudium auf, das er 1989 abschloss. Von seiner langen Reise in die Stimmenwelt und wieder zurück berichtet Andreas Gehrke in diesem seinen ersten Buch. Heute engagiert er sich im Berliner Netzwerk Stimmenhören e.V.

Aus dem Inhalt

Geleitwort von Monika Hoffmann

Vorwort von Andreas Gehrke

Teil 1: Ein Stimmenhörer berichtet

Teil 2: Aufbruch aus dem Angstkäfig: Wie die Stimmen in mein Leben einbrachen - Mein Leben trotz der Stimmen und mit den Stimmen - Wie ich lernte, zu reflektieren und mit den Ängsten umzugehen - Das Netzwerk Stimmenhören und meine weitere Entwicklung - Die psychiatrische Begleitung - Die Angehörigen Stimmen hörender Menschen

Teil 3: Reflexionen - Die Vielfalt der Stimmen kennen lernen - Aus Feinden wurden Freunde - Was sich für mich geändert hat - Am Anfang steht die Anerkennung - Raus aus der Isolation - Von Angst und Hass zu Verzeihen und Liebe - Die Bedeutung des Reflektierens - Das Verlassen der Lebensbahn - Die Angstspirale durchbrechen - Eine etwas andere Sicht auf das Gehirn - Wie ich die Psychiatrie erlebt habe - Was ich mir von der Psychiatrie wünsche

Leseprobe

»Eines Tages hörte ich während der Arbeit leise und undeutlich eine Stimme, die aus dem Inneren meines Kopfes zu kommen schien. Sie rief immer wieder meinen Vornamen. ‚Andreas, Andreas...' So etwas hatte ich noch nie erlebt und fragte diese Stimme, wer sie sei. Sie antwortete, dass der Teufel gekommen sei.

Wenig später hörte ich in geschlossenen Räumen ununterbrochenes Frauengestöhn. Es schien meist seinen Ausgangspunkt in den Heizkörpern zu haben bzw. von Heizkörpern übertragen zu werden. Zuerst wunderte ich mich über das Phänomen, denn ich hielt es für einen realen Vorgang. Ständig bemühte ich mich daraufhin, irgendwelche Frauen zu ‚überführen' oder zumindest herauszubekommen, wo dieses Stöhnen seinen Ausgangspunkt haben konnte. Ich fragte meine Familienangehörigen, ob sie denn nichts hörten – aber sie hielten mich für ‚etwas überarbeitet'. Keiner konnte nachvollziehen, wie belastend die ständigen Geräusche waren. Mehr noch, ich hörte sie überall in Räumen, sei es auf der Arbeitsstelle oder auch in der eigenen Wohnung. Ich konnte ihnen einfach nicht ausweichen, wie man das im normalen Leben gewöhnlich tun kann. Der Gedanke wiederholte sich immer wieder: Es gibt kein Ausweichen, ein Abschalten ist nicht möglich... Das alles zerrte sehr an meinen Nerven.«