Felix Hasler
Neuromythologie – Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung

CoverKartoniert, 250 Seiten,14,8 x 22,5 cm, ISBN 978-3-8376-1580-7. Bielefeld: transcript Verlag, 3. Auflage 2013. € 22.80 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Brilliantes, längst überfälliges und leichtverständliches Buch über die Diskrepanz zwischen dem gegenwärtigen Welterklärungsanspruch der Neurowissenschaften und den real vorliegenden empirischen Daten, über die Arroganz von Neurowissenschaftlern und über aggressive Verkaufsstrategien von Psychopharmaka-Herstellerfirmen. Originalausgabe 2012

Original-Verlagsinfo

Alle machen Hirnforschung. Kaum eine Wissenschaftsdisziplin kann sich wehren, mit dem Vorsatz »Neuro-« zwangsmodernisiert und mit der Aura vermeintlicher experimenteller Beweisbarkeit veredelt zu werden. Die Kinder der Neuroinflation heißen Neurotheologie, Neuroökonomie, Neurorecht oder Neuroästhetik. Der gegenwärtige Neurohype führt zu einer Durchdringung unserer Lebenswelt mit Erklärungsmodellen aus der Hirnforschung. Bin ich mein Gehirn? Nur ein Bioautomat?

Felix Haslers scharfsinniger Essay ist eine Streitschrift gegen den grassierenden biologischen Reduktionismus und die überzogene Interpretation neurowissenschaftlicher Daten: ein Plädoyer für Neuroskepsis statt Neurospekulation.

Über den Autor

Felix Hasler (Dr. pharm.) ist Forschungsassistent an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, Gastwissenschaftler am Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftsjournalist.

Stimme zum Buch

2007 schrieb der Züricher Arzt und Psychotherapeut Marc Rufer in seinem Artikel "Psychiatrie – Ihre Diagnostik, ihre Therapien" in "Statt Psychiatrie 2": "In den Medien werden die Befunde der Hirnforschung zu Riesenerfolgen aufgebauscht. Die Hirnforschung, die 'Jahrhundertwissenschaft', ist dabei, sich zur neuen Gesellschaftslehre aufzuschwingen. Eine neue Mythologie ist entstanden – die Neuromythologie." Jetzt erschien 2012 in erster Auflage ein ganzes Buch unter dem Titel "Neuromythologie": ein brilliantes, längst überfälliges und zudem leichtverständliches Buch über die Diskrepanz zwischen dem gegenwärtigen Welterklärungsanspruch der Neurowissenschaften und den real vorliegenden empirischen Daten, über die Arroganz von Neurowissenschaftlern und über aggressive Verkaufsstrategien von Psychopharmaka-Herstellerfimen. Der Autor, Forschungsassistent an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, Gastwissenschaftler am Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftsjournalist, wehrt sich gegen den Hype, die Hirnforschung wisse genau Bescheid über die biologischen Vorgänge, die dem Erleben, Denken und Handeln des Menschen zugrunde liege und könne deshalb zielgenau und evidenzbasiert ins Gehirn eingreifen, wenn etwas "schief läuft". Zentral im Buch ist das Kapitel "Neuro-Reduktionsmus, Neuro-Manipulation und das Verkaufen von Krankheit", das die Entwicklung der biologischen psychiatrischen Methoden (Insulin- und Elektroschocks, Lobotomie und Psychopharmaka) nachvollzieht, unter Bezug auf vorwiegend angloamerikanische Psychiatriekritiker wie Breggin, Angell, Healy, Whitaker, Mosher etc. die skandalösen Verkaufspraktiken von Pharmafirmen anprangert und den Mythos dekonstruiert, die herrschende biologische Psychiatrie sei eine Erfolgsgeschichte wissenschaftlicher Vernunft und ein Segen für die Patienten. (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)