Aldous Huxley
Schöne neue Welt – Ein Roman der Zukunft

CoverTaschenbuch, 365 Seiten, 12,5 x 19 cm, ISBN 978-3-596-90573-7. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuchverlag, 2. Auflage 2014. € 9.99 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Neu übersetzt von Uda Strätling. Psychoanalytisch genormt stellen sich die Menschen mit dem Tranquilizer ›Soma‹ ruhig, Individualismus gilt als asozial. Doch der Außenseiter, der »Wilde«, fordert: »Ich brauche keine Bequemlichkeit. Ich will Gott, ich will Poesie, ich will wirkliche Gefahren und Freiheit und Tugend. Ich will Sünde!«. Englische Originalausgabe 1932, deutsche Neuausgabe 2014

Original-Verlagsinfo

»Schöne neue Welt« – das ist die Vision einer endgültig technisierten und kollektivierten Welt, in der die Versklavung der Massen und deren durch Drogen garantiertes und genormtes Glück Hand in Hand gehen. »Im Jahre 632 nach Ford« sind Hunger, Arbeitslosigkeit und Elend überwunden. Menschen werden nicht mehr geboren, sondern in Reagenzgläsern und Flaschen gezüchtet. Krankheiten sind abgeschafft, und die Menschen bewahren ihre Jugendlichkeit bis zum Lebensende. Die globale Bequemlichkeit hat die Menschheit jedoch mit dem Verzicht auf Freiheit, Humanität und Entfaltung der Künste bezahlt. Liebe und Individualität sind auf der Strecke geblieben.

»Alles in allem sieht es ganz so aus, als wäre uns Utopia viel näher, als irgend jemand es sich vor nur fünfzehn Jahren hätte vorstellen können. Damals verlegte ich diese Utopie sechshundert Jahre in die Zukunft. Heute scheint es durchaus möglich, dass uns dieser Schrecken binnen eines einzigen Jahrhunderts auf den Hals kommt; das heißt, wenn wir in der Zwischenzeit davon absehen, einander zu Staub zu zersprengen.« (Aldous Huxley)

Die »schöne neue Welt«, die Huxley in diesem Roman beschreibt, ist die Welt einer konsequent verwirklichten Wohlstandsgesellschaft »im Jahre 632 nach Ford«, einer Wohlstandsgesellschaft, in der alle Menschen am Luxus teilhaben, in der Unruhe, Elend und Krankheit überwunden, in der aber auch Freiheit, Religion, Kunst und Humanität auf der Strecke geblieben sind. Eine totale Herrschaft garantiert ein genormtes Glück. In dieser vollkommen »formierten« Gesellschaft erscheint jede Art von Individualismus als »asozial«, wird als »Wilder« betrachtet, wer – wie einer der rebellischen Außenseiter dieses Romans – für sich fordert: »Ich brauche keine Bequemlichkeit. Ich will Gott, ich will Poesie, ich will wirkliche Gefahren und Freiheit und Tugend. Ich will Sünde!«

Huxley schrieb dieses Buch Anfang der dreißiger Jahre. In seinem Essayband "Dreißig Jahre danach" ("Brave New World Revisited") konnte er seine Anti-Utopien an der inzwischen veränderten Welt messen. Er kommt darin zu dem Schluss: sozialer und technischer Fortschritt und verfeinerte Methoden der psychologischen Manipulation lassen erwarten, dass diese grausige Voraussage sich in einem Bruchteil der veranschlagten Zeitspanne verwirklichen werde.

Der Autor

Aldous Huxley, geboren 1894 in Surrey, gestorben 1963 in Hollywood. Habilitation in Oxford. Journalist und Kritiker. Schrieb Gedichte, Reisebeschreibungen, Essays, Erzählungen und Romane. Mit seinem 1932 erschienenen Roman »Schöne neue Welt« erlangte er Weltruhm. Er stammt aus einer angesehenen Gelehrtenfamilie, wurde in Eton erzogen und studierte in Oxford. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er als Journalist und Kunstkritiker. Unter dem Einfluss der buddhistischen Lehre und der politischen Ereignisse in Europa entwickelte er sich in den dreißiger Jahren vom amüsiert beobachtenden Satiriker zum leidenschaftlichen Reformator, der die Welt durch eine universale mystische Religion zu heilen versucht. Huxley starb im Jahre 1963.