Leslie Iversen
Speed, Ecstasy, Ritalin. Amphetamine – Theorie und Praxis

CoverKartoniert, 247 Seiten, 20 schwarz-weiße Abbildungen, 6 Tabellen, 15,4 x 22,4 cm, ISBN 978-3-456-84519-7. Bern: Huber Verlag 2009. € 36.95 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Allerlei Wissenswertes über eine umstrittene Klasse psychiatrischer Psychopharmaka und Drogen. Vorwort von Horst Dilling. Aus dem Englischen übersetzt von Karin Dilling. Englisches Original 2006

Original-Verlagsinfo

Spannend geschrieben und dennoch wissenschaftlich fundiert, mit vielen Fallgeschichten, Selbstaussagen und Schilderungen der entsprechenden Szene und der politisch-soziologischen Implikationen, werden umfassend die wichtigsten Fragen zu den Amphetaminen geklärt.

Die Geschichte der Amphetamine ist kurz und abwechslungsreich: als Wachmacher in Kriegszeiten, als Stimulanzien von Musikern und Dichtern – sogar von einem Präsidenten der Vereinigten Staaten –, von ihrem Missbrauch in der Beat-Generation bis hin zur Popularität der Partydroge Ecstasy im späten 20. Jahrhundert. Erstaunlich sind auch die wechselhaften medizinischen Indikationen: ursprünglich eine medizinische Wunderdroge, später populär und missbraucht als Appetitzügler und schließlich der Erfolg des auf Amphetaminen basierenden Ritalin bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. Verständlich, sogar spannend geschrieben und dennoch wissenschaftlich fundiert, mit vielen Fallgeschichten, Selbstaussagen und Schilderungen der entsprechenden Szene und der politisch-soziologischen Implikationen, werden im vorliegenden Buch die folgenden Fragen gestellt und beantwortet:

  • Was sind Amphetamine und wie wirken sie?

  • Wie wurden sie früher und werden sie heute in der Medizin eingesetzt?

  • Wie gefährlich sind Amphetamine?

  • Wie wirken Stimulanzien wie Ecstasy?

  • Wie sieht die Zukunft der Amphetamine aus?

Über den Autor

Der Pharmakologe Leslie Iversen, PhD, Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen, Professor an der Universität Oxford, wurde bekannt durch seine Forschungen zu den chemischen Botenstoffen des Gehirns.

Rezension

Das 2006 original in englischer Sprache erschienene und jetzt in deutscher Übersetzung vorliegende Buch enthält allerlei Wissenswertes über eine umstrittene Klasse psychiatrischer Psychopharmaka und Drogen. Allerdings beschränken sich die Quellen auf Veröffentlichungen aus dem angloamerikanischen Sprachraum. Bücher wie Marc Rufers "Glückspillen. Ecstasy, Prozac und das Comeback der Psychopharmaka", erschienen 1995, ignorieren sowohl der Autor als auch der Vorwortschreiber Dilling. Ebenfalls vermisse ich eine ganze Reihe kritischer Literatur zu Ritalin, von Abrams über Bonney bis hin zu DeGrandpre. Nichtsdestotrotz enthält das Buch viele wichtige kritische Informationen über Amphetamine (incl. Adderall) und das Aufputschmittel Ritalin, das eine den Amphetaminen vergleichbare Wirkung hat. Die Informationen – es sind auch befürwortende Einschätzungen von Ritalin darunter – betreffen sowohl was die Wirkungsweise bei Mensch und Tier, als auch die gesundheitlichen Risiken incl. Abhängigkeit und Amphetaminpsychosen bei legalem Einsatz (als Antidepressiva, Wachmacher, Schnupfenmittel, Appetitzügler, Ruhigstellung von "Zappelphilippen" usw.) und bei illegalem. Iversen zeigt, wie Amphetamine einzeln oder in Kombination mit anderen Substanzen mit großer Begeisterung für diverse Indikationen empfohlen worden waren. Früher oder später, wenn ausreichende Berichte von Schädigungen vorlagen, wurden diese "Medikamente" wieder vom Markt genommen. Und das Buch enthält viele Spekulationen zu möglichen Ursachen diverser psychischer "Krankheiten" (u.a. die "Dopamin-Hypothese der Schizophrenie"), rückgeschlossen von der vermuteten Wirkungsweise der Amphetamine. (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)