Kerstin Kempker
Bruderherz: Ein Flimmern

Cover Hardcover, 120 Seiten, 14 x 21,7 cm, ISBN 978-3-03850-036-0. Wädenswil am Zürichsee: Nimbus Verlag 2017. € 19.80 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular


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Roman. Erinnerungen an einem Krisenpunkt – wenn das Leben in Gefahr ist, kommen die innersten Erfahrungen in gedrängter Intensität wieder hoch: die Kindheit, die Eltern die Geschwister. Die Erzählerin erleidet einen Anfall von Vorhofflimmern und wartet, bis das Herzmittel wirkt. Bilder der Kindheit tauchen vor ihr auf, darin vor allem ein ungelöster Konflikt: die Beziehung zu ihrem Bruder, die durch ein Zerwürfnis abrupt unterbrochen wurde. Gelingt es, diese Zeit wiederzufinden? Originalausgabe

Verlagsinfo

Die Erzählerin, deren Namen wir nicht erfahren, hat eine Gastwohnung in New York bezogen. In der Nacht schreckt sie auf: Vorhofflimmern. Sie kennt das schon, schluckt die Notfallpille. In diesem Moment beginnt die Erzählung, die zwei Stunden zwischen Schlucken und Wirken umfaßt die Erzählzeit. Gedanken an die Kindheit kommen in ihr hoch: an die Eltern, die Geschwister, die Häuser, in denen die Familie lebte. Vor allem aber kreisen ihre Gedanken um ihren Bruder. Seit bald acht Jahren sprechen die beiden nicht miteinander, seit dem Fest in Caputh… Doch dies war nur der zufällige Anlass einer längeren Geschichte, die an jenem Abend kulminierte, als man den 80. Geburtstag der Mutter feiern wollte. Die Erzählerin sucht nach Vorzeichen, verdeckten Hintergründen; sie versucht, ihrer gemeinsamen Vergangenheit wieder habhaft zu werden. Denn die längste Beziehung im Leben ist die zu den Geschwistern. Oder: «Wer Hand in Hand durch die Kindheit ging, gemeinsam auf der Lauer lag und jeden Samstag im selben Wasser badete, der sagt nicht ohne den anderen Ich» – dies eine weiß sie gewiss. Es sind die alten Fragen: «Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir?», die den Text antreiben. So beiläufig das Buch erzählt zu sein scheint, so tiefgründig erforscht es die kleinen Ursachen mit den großen Wirkungen, die – den Betroffenen weitgehend verborgen – ganze Lebensläufe und Familiengeschichten bestimmen können. Kerstin Kempkers Bücher können nie auf den Plot hin gelesen werden, sie sind genuin literarisch. Wer sich nicht sentimental betrügen lassen will, ist bei dieser Autorin richtig.

Über die Autorin

Kerstin Kempker, geb. 1958 in Wuppertal, lebt in Berlin. Sie wurde in Mainz groß, in Nürnberg Industriekauffrau, holte in Hildesheim das Abitur nach, studierte in Hannover Medizin, in Berlin Sinologie und Sozialarbeit. Von 1996 bis 2001 leitete sie das Weglaufhaus, eine Kriseneinrichtung für Psychiatrieflüchtlinge, und verfasste psychiatriekritische Bücher. Seit 2002 freiberufliche Autorin. Sie erhielt diverse Stipendien (Sylt-Quelle, Stadtmühle Willisau, Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, Künstlerhaus Edenkoben), zuletzt für 2015 das New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds (Stand: Mai 2015). Mehr über Kerstin Kempker

Weitere Publikationen von Kerstin Kempker im Antipsychiatrieversand: Nur die Knochen bitte. Eine Übergabe (mit Paula Kempker); Das wird ein Fest (Roman); Die Betrogenen (Roman); Die Erfüllung der Wünsche (Roman); Mitgift – Notizen vom Verschwinden; Teure Verständnislosigkeit – Die Sprache der Verrücktheit und die Entgegnung der Psychiatrie; Flucht in die Wirklichkeit – Das Berliner Weglaufhaus (Hg.); Das Weglaufhaus – Von der Idee zur Praxis (Hg. mit Uta Wehde); Statt Psychiatrie (Hg. mit Peter Lehmann); Beiträge in: Psychopharmaka absetzen / Coming off Psychiatric Drugs / Βγαίνοντας από τα ψυχοφάρμακ – Εμπειρίες επιτυχημένης διακοπής νευροληπτικών, αντικαταθλιπτικών, λιθίου, καρβαμαζεπίνης και αγχολυτικών / Dejando los medicamentos psiquiátricos / Arrêter la prise des psychotropes u.v.m.