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Kerstin Kempker
Das wird ein Fest. Roman

Cover Gebunden mit Schutzumschlag, 115 Seiten, 14 x 21,7 cm, ISBN 978-3-907142-77-6. Wädenswil am Zürichsee: Nimbus Verlag 2012. € 22.– / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Ein junger Mann ruft darin "Ich bin ein Roman" und stirbt, ein Spiegel am Berg lenkt die Sonne ins Dorf, ein Erzähler hockt auf dem Balkon und baut aus Satz und Spiegel ein Leben. Roman. Originalausgabe

Verlagsinfo

Karl Wenig sitzt in tiefer Nacht auf seinem Balkon und ist der einzige Augenzeuge, als ein junger Mann in Flip-Flops die Straße heruntergelaufen kommt, «Ich bin ein Roman» ruft, die Arme zum Himmel hebt und in sich zusammenfällt. Unter «Verschiedenes» ist zwei Tage später in der Zeitung zu lesen, der junge Mann habe Roman geheißen und sei auf der Stelle tot gewesen. Unmittelbar daneben berichtet eine Meldung von Viganella, dem dunkelsten Dorf Italiens, dem mit Hilfe eines auf dem Berg montierten Spiegels die Sonne ins Tal her­untergeholt werden soll. Karl Wenig bestellt die unzuverlässige Zeitung ab und beschließt, den Mann, der just unter seinem Balkon so einsam «seinen Punkt gesetzt hat», ins rechte Licht zu rücken und seine Geschichte zu erzählen: «B.u.E., Berichtigungen und Ergänzungen.» Karl Wenig hat in einem kommunalen Archiv gearbeitet, bevor er und seine Kollegen wegrationalisiert wurden; so kennt er sich aus mit dem Archivieren von Lebensgeschichten, mit Abstempelungen und Abkürzungen. K.W. soll der Junge heißen, d.h. «Keine Wiedervorlage» und «Kein Weinen, knappe Worte, kleiner Wahn, kaum wirklich.» Entschlossen verbarrikadiert sich Karl Wenig in seiner verwahrlosenden Wohnung, die seit kurzem auch von seiner Frau Rose verlassen ist, um dem jungen Mann ein Leben zu erschreiben. Im lichtlosen Dorf Viganella erzählt eine junge schöne Frau, kurz bevor sie das Dorf für immer verlässt, ihrem Sohn von Carlo, dem fabelhaften Kellner. Auch der Sohn macht sich auf, um sein Glück zu suchen; er landet in einer großen Stadt, wo sich in der Meldebehörde eine Frau seiner annimmt und ihm mit seiner Identität hilft – die sich plötzlich eigentümlich mit derjenigen Karl Wenigs verschränkt. Der Spiegel von Viganella wirft derweil Sonnenrechtecke in ein fast verlassenes Dorf.

Kerstin Kempker erzählt virtuos, den feinsten Verästelungen der Sprache nachgehend davon, wie ein Leben verloren geht – und dass es manchmal nur die richtige Geschichte braucht, um es wiederzufinden.

Foto von Kerstin Kempker

Die Autorin

Kerstin Kempker, geb. 1958 in Wuppertal, lebt in Berlin. Sie wurde in Mainz groß, in Nürnberg Industriekauffrau, holte in Hildesheim das Abitur nach, studierte in Hannover Medizin, in Berlin Sinologie und Sozialarbeit. Von 1996 bis 2001 leitete sie das Weglaufhaus, eine Kriseneinrichtung für Psychiatrieflüchtlinge, und verfasste psychiatriekritische Bücher. Seit 2002 freiberufliche Autorin. Harder Literaturpreis, Stipendien: Sylt-Quelle, Deutscher Literaturfonds, Stadtmühle Willisau, Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, Künstlerhaus Edenkoben (Stand April 2014). Mehr über Kerstin Kempker

Weitere Publikationen von Kerstin Kempker im Antipsychiatrieversand: Bruderherz: Ein Flimmern (Roman); Die Erfüllung der Wünsche (Roman); Die Betrogenen (Roman); Nur die Knochen bitte: Eine Übergabe; Mitgift – Notizen vom Verschwinden; Teure Verständnislosigkeit – Die Sprache der Verrücktheit und die Entgegnung der Psychiatrie; Flucht in die Wirklichkeit – Das Berliner Weglaufhaus (Hg.); Das Weglaufhaus – Von der Idee zur Praxis (Hg. mit Uta Wehde); Statt Psychiatrie (Hg. mit Peter Lehmann); Beiträge in: Psychopharmaka absetzen / Coming off Psychiatric Drugs / Βγαίνοντας από τα ψυχοφάρμακ – Εμπειρίες επιτυχημένης διακοπής νευροληπτικών, αντικαταθλιπτικών, λιθίου, καρβαμαζεπίνης και αγχολυτικών / Dejando los medicamentos psiquiátricos / Arrêter la prise des psychotropes u.v.m.