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Kerstin Kempker
Die Erfüllung der Wünsche. Roman

Cover Leinen mit Schutzumschlag, 143 Seiten, 14 x 21,7 cm, ISBN 978-3-907142-92-9. Wädenswil am Zürichsee: Nimbus Verlag 2014. € 22.– / Preis in sFr / sofort lieferbar oder Bestellung mit Formular
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Von der Erfüllung der Wünsche unter klinischen Bedingungen, von Aufruhr und Stille, tröstlicher Bosheit und reiner Liebe (wenn man so will). Roman. Originalausgabe

Verlagsinfo

Im Zentrum hockt wie die schwarze Spinne der Krebs. Ein Wort, das die Erzählerin selbst nicht in den Mund nimmt. Statt den Befundbrief zu öffnen und mit leeren Händen und leerem Kopf vor ihrem Schicksal zu stehen, wappnet sie sich und spielt die Sache erst einmal durch. Als Vorhut und Puffer schickt sie Zwischenerzähler ins Feld, die die Lage im Klinikum Moribundes nicht nur sondieren, sondern revoltieren; eine Mobilmachung der Passiven gegen organisierte Kräfte in einem weißen Krieg und einem hermetischen Körper. Denn beim nächsten Mal, soviel ist sicher, wird sie es sein, die die Fäden in der Hand hält.

Zwei Männer, frisch operiert, treffen im Aufwachsaal aufeinander. Kajna – als Strafrichter zu beherrschen gewohnt, von den Ärzten nicht mehr zu retten – bittet den Jüngeren in einer Erbschaftssache um Hilfe. Der fordert seinem Richter Erklärungen ab, deckt Machenschaften auf, findet Leichen im Keller und trifft in der Nacht, es schneit und schneit, auf der Raucherinsel am Hubschrauberlandeplatz die Kahle von Station drei, mit der er den Bau umwandert, eine Pritsche teilt und den Aufstand der Bettlägerigen plant. Aus still Leidenden werden vitale Spezialisten, Machtverhältnisse verschieben sich, Mattigkeit gleitet unbemannt über die Flure.

Die Kahle von Station drei erzählt ihrer Bettnachbarin, einem Mädchen im vermeintlichen Wachkoma, Nacht für Nacht vom wütenden Wirbeln im Krankenhaus zur Erfüllung der Wünsche. Sie erzählt ihr auch von der anderen Kahlen, die wie ihr eigener Schatten im verblichenen Hotelbademantel ruhelos den Flur auf und ab wandert und laut mit den Bösen verhandelt. Sie weiß nicht, ob sie wirklich gehört wird.

Prolog und Epilog im Aufwachsaal dichten die Geschichte ab und zurren sie am Boden fest. Auf allem liegt Schnee.

Es handle sich hier, behauptet die Erzählerin, um eine reine Vorsorgemaßnahme (auf dem Feld der Gesundheit).

Foto von Kerstin Kempker

Die Autorin

Kerstin Kempker, geb. 1958 in Wuppertal, lebt in Berlin. Sie wurde in Mainz groß, in Nürnberg Industriekauffrau, holte in Hildesheim das Abitur nach, studierte in Hannover Medizin, in Berlin Sinologie und Sozialarbeit. Von 1996 bis 2001 leitete sie das Weglaufhaus, eine Kriseneinrichtung für Psychiatrieflüchtlinge, und verfasste psychiatriekritische Bücher. Seit 2002 freiberufliche Autorin. Harder Literaturpreis, Stipendien: Sylt-Quelle, Deutscher Literaturfonds, Stadtmühle Willisau, Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, Künstlerhaus Edenkoben (Stand April 2014). Mehr über Kerstin Kempker

Weitere Publikationen von Kerstin Kempker im Antipsychiatrieversand: Bruderherz: Ein Flimmern (Roman); Das wird ein Fest (Roman); Die Betrogenen (Roman); Nur die Knochen bitte: Eine Übergabe; Mitgift – Notizen vom Verschwinden; Teure Verständnislosigkeit – Die Sprache der Verrücktheit und die Entgegnung der Psychiatrie; Flucht in die Wirklichkeit – Das Berliner Weglaufhaus (Hg.); Das Weglaufhaus – Von der Idee zur Praxis (Hg. mit Uta Wehde); Statt Psychiatrie (Hg. mit Peter Lehmann); Beiträge in: Psychopharmaka absetzen / Coming off Psychiatric Drugs / Βγαίνοντας από τα ψυχοφάρμακ – Εμπειρίες επιτυχημένης διακοπής νευροληπτικών, αντικαταθλιπτικών, λιθίου, καρβαμαζεπίνης και αγχολυτικών / Dejando los medicamentos psiquiátricos / Arrêter la prise des psychotropes u.v.m.