Ernst Klee

  • Dokumente zur »Euthanasie«. Taschenbuch, 342 Seiten, 41 Abbildungen, 12,5 x 19 cm, ISBN 978-3-596-24327-3. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuchverlag, 6. Auflage 2007. € 9.95 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorboder Bestellung mit Formular

  • Was sie taten – Was sie wurden. Ärzte, Juristen und andere Beteiligte am Kranken- oder Judenmord. Taschenbuch, 355 Seiten, 12,5 x 19 cm, ISBN 978-3-596-24364-8. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuchverlag, 13. Auflage 2012. € 11.95 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorboder Bestellung mit Formular

»Euthanasie« im NS-Staat | Dokumente zur »Euthanasie« | Was sie taten – was sie wurden | Über den Autor | Liefer- & Zahlungsbedingungen inkl. Widerrufsrecht | home

CoverUmfassende, detaillierte Beschreibung des bis 1945 praktizierten Massenmords an alten, kranken oder sonst für lebensunwert erklärten Menschen. Original 1985 (ISBN 3-596-24327-0)

Original-Verlagsinfo

Nach der Veröffentlichung des inzwischen weithin bekannten Buches von Ernst Klee (›»Euthanasie« im NS-Staat. Die »Vernichtung lebensunwerten Lebens«‹) hielten es Autor und Verlag für notwendig, angesichts der Fülle des Materials einen separat benutzbaren Dokumentenband herauszugeben. Dahinter stand die Absicht, Texte, die im oben genannten Buch nur knapp zitiert werden konnten, möglichst ungekürzt dem Publikum vorzulegen.

Inzwischen ist es Ernst Klee gelungen, weitere Materialien zutage zu fördern, mit denen niemand mehr gerechnet hat oder rechnen wollte. Er konnte teilweise nahezu vollständige, nach dem Krieg als verschollen betrachtete oder versteckte Aktenbestände durchsehen, die brisante schriftliche Quellen und sogar Fotomaterialien enthalten. Der vorliegende Band präsentiert Dokumente, die im ersten Band nur auszugsweise zitiert werden konnten, (und) Texte und Fotos, die hier erstmals veröffentlicht bzw. – soweit sie vor Jahrzehnten in anderem Zusammenhang schon einmal publiziert worden sind – der Vergessenheit entrissen werden.

Erschreckend ist nicht allein, was seinerzeit in Kliniken, »Heil«- und Vergasungsanstalten geschehen ist. Erschreckend ist auch die Tatsache, dass Hunderte freiwillig mitmachten, den Massenmord organisierten und dann verübten, dass Abertausende davon wussten und nichts sagten. Mehr als eine Generation danach stehen wir erst am Anfang der notwendigen Trauerarbeit.

Cover

Über die Rehabilitation der Mörder und die Fortsetzung ihrer Karrieren nach 1945. Original 1986 (ISBN 3-596-24364-5)

Original-Verlagsinfo

Ernst Klee beschließt seine Trilogie über die »Vernichtung lebensunwerten Lebens« durch die Nazis mit einem Band über den Lebensweg der Täter und Tatgehilfen nach 1945. Er zeigt, wie Ärzte, Juristen und Verwaltungsfachleute, die an der »Ausmerzung« beteiligt waren, z.T. unerkannt, z.T. unbehelligt weiterleben konnten. Andere fanden milde Richter oder verständnisvolle Ärzte, die die Beschuldigten mit Attesten vor einer Strafverfolgung bewahrten. Klee zeigt Fluchtwege und Verbindungen der Täter auf, weist an Einzelbeispielen nach, dass an Nazi-Verbrechen Beteiligte sogar in der Strafverfolgung eingesetzt waren.

Er nennt die Namen jener, die wieder in Verwaltung, Ministerien, höchste Stellen der Justiz einrücken konnten, wieder Patienten behandelten oder Mediziner ausbildeten. Dabei tauchen viele bekannte, aber auch unbekannte Namen auf.Das Buch unterscheidet sich von ähnlichen nicht nur in der Dichte des Materials, sondern darin, dass fast ausnahmslos Justizakten – z.T. auch Schriftverkehr der Täter – als Grundlage dienen. So wird zum erstenmal an einem großen – auf die Massenvernichtung »lebensunwerten Lebens« begrenzten – Personenkreis deutlich, in welchem Ausmaß NS-Gehilfen nach 1945 als Biedermänner weitermachen, weiter entscheiden und das öffentliche Leben beeinflussen konnten.

Über den Autor

Ernst Klee, geboren 1942, studierte Theologie und Sozialpädagogik. Lehrauftrag für Behindertenpädagogik an der VHS in Frankfurt/Main (1973 bis 1982) und an der FHS in Wiesbaden (1978-1979). Er publiziert bei der Wochenzeitung DIE ZEIT und arbeitet als Dokumentarfilmer für den Hessischen Rundfunk. 1996 wurde sein Fernsehfeature »Ärzte ohne Gewissen« von der ARD ausgestrahlt: Ernst Klee wurde dafür von der Münchener Abendzeitung mit dem »Stern des Jahres 1996« ausgezeichnet (sein Fernsehfilm »Verspottet« über das Leben einer Kleinwüchsigen wurde 1981 mit dem »Adolf-Grimme-Preis« sowie von der Deutschen Akademie der darstellenden Künste in Frankfurt am Main ausgezeichnet). 1997 erhielt Ernst Klee den Geschwister-Scholl-Preis. Ernst Klee starb am 18. Mai 2013.

Weitere Bücher von Ernst Klee im Antipsychiatrieversand: Deutsche Medizin im Dritten Reich – Karrieren vor und nach 1945