Ernst Klee
Deutsche Medizin im Dritten Reich – Karrieren vor und nach 1945

CoverGebunden mit Schutzeinschlag, 416 Seiten, 16 Abbildungen, 15 x 22 cm, ISBN 978-3-10-039310-4. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 2. Auflage 2001. € 25.– / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
Über den Autor | Liefer- & Zahlungsbedingungen inkl. Widerrufsrecht | home
Das mit Abstand aussagekräftigste Buch über die Vernichtungsmedizin und Psychiatrie im deutschen Faschismus, ihre Vorläufer und Vordenker, die Seilschaften und diejenigen, die nach 1945 "in Amt und Ehren" weiterarbeiteten. Originalausgabe 2001

Original-Verlagsinfo

In seinem neuen Buch beschreibt Ernst Klee unbekannte Medizin-Verbrechen in der NS-Zeit, wie sie zustandekamen und nach 1945 vertuscht wurden. Im Zentrum stehen Mediziner, die zum größten Teil nach 1945 ihre Karrieren unbehindert hatten fortsetzen können. Klees neue Quellenfunde werden heftige Diskussionen auslösen. In seinem medizinhistorischen Enthüllungsbuch schreibt er gegen ein Netz von Vertuschungen an und nennt ca. 750 Personen aus dem Täter-Milieu im weiteren Sinne. Es geht um die Geschichte der Rassenhygiene bis hin zu ihren letzten praktischen Konsequenzen in den Mordanstalten Hadamar, Auschwitz, Treblinka etc. In diesem "Lehrbuch" der NS-Vernichtungsmedizin mit Kapiteln über Psychiatrie, Hirnforschung, Röntgenverfolgung, Blutgruppenforschung usw. berichtet Ernst Klee von bisher unbekannten Medizinverbrechen und -verbrechern, einschließlich deren Nachkriegskarrieren. Er dokumentiert den Stand der genetischen Forschung im NS-Staat bis zu Mengeles Experimenten in Auschwitz. Nach 1945 ging die Geschichte weiter. Die einstigen Protagonisten sahen sich nun missbraucht, geradezu als Opfer des Nationalsozialismus. Einstige Förderer der Vernichtungsmedizin wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verharmlosten Ihre Beteiligung ebenso wie die einstigen Vordenker und Nutznießer der Naziverbrechen in der Max-Planck-Gesellschaft. Die Täter von gestern wurden nach 1945 hofiert, die Opfer noch einmal verhöhnt.

Über den Autor

Ernst Klee, geboren 1942, studierte Theologie und Sozialpädagogik. Lehrauftrag für Behindertenpädagogik an der VHS in Frankfurt/Main (1973 bis 1982) und an der FHS in Wiesbaden (1978-1979). Er publiziert bei der Wochenzeitung DIE ZEIT und arbeitet als Dokumentarfilmer für den Hessischen Rundfunk. 1996 wurde sein Fernsehfeature »Ärzte ohne Gewissen« von der ARD ausgestrahlt: Ernst Klee wurde dafür von der Münchener Abendzeitung mit dem »Stern des Jahres 1996« ausgezeichnet (sein Fernsehfilm »Verspottet« über das Leben einer Kleinwüchsigen wurde 1981 mit dem »Adolf-Grimme-Preis« sowie von der Deutschen Akademie der darstellenden Künste in Frankfurt am Main ausgezeichnet). 1997 erhielt Ernst Klee den Geschwister-Scholl-Preis. Ernst Klee starb am 18. Mai 2013.

Weitere Bücher von Ernst Klee im Antipsychiatrieversand: Dokumente zur »Euthanasie«  ·  Was sie taten – Was sie wurden. Ärzte, Juristen und andere Beteiligte am Kranken- oder Judenmord