Alice Miller
Am Anfang war Erziehung

CoverTaschenbuch, 325 Seiten, 11 x 18 cm, ISBN 978-3-518-37451-1. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 26. Auflage 2014. € 12.– / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Die Psychoanalytikerin Miller unter anderem über schwarze Pädagogik, die Vernichtung des Selbst, die Kindheit von Adolf Hitler und Jürgen Bartsch. Originalausgabe 1980

Original-Verlagsinfo

Im ersten Teil des Buches Am Anfang war Erziehung stellt Miller die schwarze Pädagogik dar. Damit bezeichnet sie die gewalttätigen Erziehungsmethoden, die im 18., 19. und weit bis ins 20. Jahrhundert hinein dominierten. Im zweiten Teil schildert die Autorin die Kindheiten einer Drogensüchtigen (Christiane F.), eines Diktators (Adolf Hitler) und eines Kindesmörders (Jürgen Bartsch). Durch diese Fallbeispiele, alle drei erschütternde Zeugnisse für die furchtbaren Folgen falscher Erziehung, verhilft Miller ihren Lesern über das intellektuelle Wissen hinaus zu einem emotionalen Wissen. Den dritten Teil widmet Miller dem Unterschied zwischen Schuldgefühlen und Trauer. Ihr Ziel besteht darin, beim Leser nicht primär Schuldgefühle zu wecken, sondern Trauer über das Geschehene auszulösen. Erst diese Trauer ermöglicht das Aufarbeiten der eigenen kindlichen Traumatisierung und durchbricht den Wiederholungszwang, die selbst erfahrene Kränkung an die nächste Generation weiterzugeben. Miller sieht keinen Sinn darin, Appelle an die Eltern zu richten, ihre Kinder anders zu behandeln. Vielmehr will sie dem Kind im Erwachsenen klarmachen, was ihm in seiner Kindheit zugefügt worden ist. Das Erkennen der Demütigungen der eigenen Kindheit gilt ihr als wichtige Voraussetzung des mitmenschlichen Fühlens und Verstehens. Wer sich von den Leiden der eigenen Kindheit emotional distanziert, könne das Kind nicht verstehen.

Über die Autorin

Alice Miller studierte in Basel Philosophie, Psychologie und Soziologie. Nach der Promotion machte sie in Zürich ihre Ausbildung zur Psychoanalyse und übte so Jahre lang diesen Beruf aus. 1980 entschloss sie sich, ihre Praxis und Lehrtätigkeit aufzugeben, um zu schreiben. Seitdem veröffentlichte sie 8 Bücher, in denen sie die breite Öffentlichkeit mit den Ergebnissen ihrer Kindheitsforschungen, mit den Ursachen und Folgen von Kindesmisshandlungen bekannt machte. Die verborgenen Manipulationen in der Erziehung und Politik aufzudecken war lange das Ziel ihrer Bemühungen. Heute befasst sie sich u.a. mit der Analyse von vereinnahmenden Gruppen. 1986 erhielt sie in New York den Janusz~Korczak-Preis.

Weitere Bücher von Miller bzw. mit Beiträgen von ihr im Antipsychiatrieversand: Abbruch der Schweigemauer – Die Wahrheit der Fakten   ·  Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst   ·  Du sollst nicht merken – Variationen über das Paradies-Thema   ·  Evas Erwachen – Über die Auflösung emotionaler Blindheit   ·  Die Revolte des Körpers   ·  Der gemiedene Schlüssel   ·  Das verbannte Wissen   ·  Dein gerettetes Leben – Wege zur Befreiung   ·  Wege des Lebens – Sechs Fallgeschichten   ·  Die Lust am Leben entdecken – eine Selbsttherapie