Loren R. Mosher / Lorenzo Burti
Seelische Gesundheit – Community Mental Health. Ein Leitfaden für die Praxis

CoverKartoniert, III + 338 Seiten, 14,8 x 21 cm, ISBN 978-3-9522485-2-2. St. Gallen: itten books 2004. € 20.– / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Erweiterte Neuauflage der US-Originalausgabe von 1989 bzw. deutschen Erstauflage von 1992 anlässlich des Todes von Loren Mosher. Mit einem Vorwort von Lorenzo Burti und einem Nachwort von Peter Lehmann

Original-Verlagsinfo

Seelische Gesundheitsversorgung in einer Gemeinschaft muss wirkliche Wahlmöglichkeiten für Menschen in seelischer Not beinhalten. So wie wir den Menschen als Menschen behandeln, so ist unsere Behandlung. Das Herz einer sinnvollen Psychotherapie ist das »Mit-Sein«, im Gegensatz zum üblichen Leitgedanken von »Tun-Für«.

»Mehr Macht den Menschen, den Betroffenen und den Betreuenden« ist ein wichtiges Leitmotiv dieses bemerkenswerten Buches, das seit seiner ersten deutschen Publikation (1992) einen wichtigen Beitrag zur kontroversen Diskussion um die wirkliche, human-seelische Gesundheitsversorgung in unserer Gesellschaft leistet. Im Gedenken an Prof. Loren R. Mosher, der am 10. Juli 2004 in Berlin im 71. Lebensjahr gestorben ist, wird dieses Buch, das seit mehreren Jahren vergriffen war, neu aufgelegt.

Die beiden Autoren sind erfahrene Praktiker der Gemeinschaftstherapie, Psychotherapie und sozialpsychiatrischer Versorgung in der Gemeinde/Kommune. Sie stellen der traditionellen Klinik-Psychiatrie ihr erfolgreich und wissenschaftlich erprobtes Modell einer offenen Betreuung psychisch angeschlagener Menschen gegenüber, das auf einer grundsätzlich positiven Sicht von Krankheit oder Störung beruht und die »Verrücktheit« annimmt als etwas, das zum Menschsein gehört. Mosher und Burti plädieren für die Stärkung der Ressourcen der seelisch Leidenden, um sie durch Mitmenschlichkeit zur Selbsthilfe und schliesslich zur eigenen gelebten Normalität zu befähigen.

Wie die Praxis dieser alternativen Betreuung aussehen kann, zeigt das Projekt der »Soteria« in Bern, dessen Gründer, Prof. Luc Ciompi, im Vorwort schreibt: »Dieses Buch basiert in starkem Masse auf Erfahrung ... ... es ist ein psychoökologisches Buch... es stellt viele tiefverwurzelte Anschauungen und Dogmen in Frage.«

Weitere Bücher mit Beiträgen von Loren Mosher im Antipsychiatrieversand:

Über die Autoren
Photo of Loren Mosher



  

Loren R. Mosher, Prof. Dr. med., ist Mit›erfinder‹ der Soteria-Idee zusammen mit Lorenzo Burti. Co-Direktor der Einrichtungen für Sucht, Opfer und Psychiatrie in Montgomery County, Rockville, Maryland und Prof. für Psychiatrie an der Abteilung für Gesundheitswissenschaften in Bethesda. Loren Mosher starb am 10. Juli 2004 in Berlin. Mehr zu Loren Mosher  Photo of Loren MosherDr. med. Lorenzo Burti, Professore Associato di Igiene, Mentale, Clinica Psichiatrica, UniversitÓ di Verona, Ospedale Policlinico, Koordinationsleiter Psychiatrischer und psychosozialer Rehabilitationstechnik, Universität Verona

Aus dem Nachwort

... Klein ist auch die Zahl von Psychiatern, die ihre kritische Haltung zu Psychopharmaka öffentlich machen. Marc Rufer (Schweiz) gehört dazu, Peter Breggin (USA), Josef Zehentbauer (BRD), Phil Thomas (England), Loren R. Mosher †. Ihre kleine Zahl ist das Spiegelbild der Verlockung von Macht, Geld und theoretischer und wissenschaftlicher Bequemlichkeit, denen sich ihre KollegInnen zu Abertausenden hingeben. Ob bei deren Tod – wie bei Mosher – auch ein Nachruf von Psychiatriebetroffenen erscheinen wird, in dem sie den Verlust eines teuren und treuen Freundes beklagen, der bewiesen hat, dass es die menschliche und interdisziplinäre Unterstützung unter aktiver Einbeziehung sogenannter Laien und des Erfahrungsschatzes von Psychiatriebetroffenen ist, die Menschen in schweren emotionalen Krisen am besten hilft?

Peter Lehmann