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Klaus Mücke
Probleme sind Lösungen. Systemische Beratung und Psychotherapie – ein pragmatischer Ansatz. Lehr- und Lernbuch

CoverKartoniert, 523 Seiten, 66 schwarz-weiße Abbildungen, 13 Tabellen, 15 x 21 cm, ISBN 978-3-9811532-0-0. Nachdruck der 4., überarbeiteten und erweiterten Auflage 2009. Berlin: Jonas Mücke ÖkoSysteme Verlag 2018. € 49.95 / Preis in sFr / angekündigt für Dezember 2018 Vormerkbutton
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Lehrbuch zur Vermittlung von Einsichten in die systemische Verwurzelung des Menschen. Erstveröffentlichung 1998. Subskriptionspreis für den Nachdruck: € 39.95 bis 1.12.2018 beim Jonas Mücke ÖkoSysteme Verlag

Original-Verlagsinfo

Das Buch »Probleme sind Lösungen. Systemische Beratung und Psychotherapie – ein pragmatischer Ansatz« ist nicht nur ein Lehrbuch in Systemischer Psychotherapie und Beratung. Mit ihm können auch Anregungen für die Lösung von Problemen gewonnen werden. Es vermittelt zudem allgemein verständliche Einsichten hinsichtlich der systemischen Verwurzelung des Menschen. Aufgrund seiner ausführlichen Sach-, Personen- und (Fall-) Geschichtenregister kann es darüber hinaus als Nachschlagewerk genutzt werden.

Dieses Lehr- und Lernbuch liefert einen umfassenden Überblick über das Gesamtgebiet der Systemischen Beratung und Psychotherapie. Es beschäftigt sich unter anderen mit folgenden Themen:

  • Wertschätzung

  • Umgang mit Restriktionen

  • Probleme als konstruktive Leistungen

  • Bedeutung des Kontextes

  • Konstruktivismus und Wirklichkeitskonstruktion

  • Gebote der Neutralität

  • Systemische Grundprinzipien in der Psychotherapie

  • Systemische Natur des Menschen

  • Systeme und ihre Gewissen

  • Ökosystemische Betrachtungen

  • Familie als besonderes System

  • Auftragsarten, Auftragsklärung und Zieldefinition

  • Setting und Struktur Systemischer Psychotherapie

  • Systemische Interventionen (Zirkuläre Fragen, »paradoxe« Interventionen, Innere Familienkonferenz, Familienaufstellungen, Rituale, Wunderfrage u.v.a.m.)

  • Spezifische Thematiken: Loyalitätsbindungen, Ablösungsproblematik, Schuld und Wiedergutmachung, Selbstmord(-drohungen), Missbrauch, Gewalt, Ausgleichsdynamiken, Trennung, Tod naher Angehöriger, Abtreibung, psychosomatische Beschwerden, Sucht, Depression, Angst, Zwang, Borderline, Psychosen (Schizophrenie, manisch-depressive Psychose, Paranoia) u.v.a.m.

Über den Autor

Klaus Mücke (1962-2014), Dipl.-Psych., Psychotherapeut/Supervisor in verschiedenen renommierten Fachgesellschaften (BDP/DGVT/IGST/HSI/SG/M.E.G.) arbeitete in freier Praxis als Psychotherapeut in Potsdam. Er lehrte als Supervisor und Fortbildner systemische und systemisch-hypnotherapeutische Beratungs- und Psychotherapiekonzepte. Außerdem war er in den Bereichen Coaching und Teamentwicklung tätig.

Weitere Bücher von Klaus Mücke im Antipsychiatrieversand: Wer nicht handelt, wird be-handelt – Systemische Lehr- und Lerntexte zu psychiatrischen und psychosozialen Problemlösungen für Betroffene, Angehörige und Professionelle

Vorwort von Helm Stierlin zur 2. Auflage

Vor gar nicht langer Zeit löste das Wort ›systemisch‹ auch in Therapeutenkreisen noch Befremden aus. Wenn ich es in meinen Schriften verwendete, korrigierte es der jeweilige Lektor häufig in »systematisch«. Das hat sich inzwischen geändert. Die systemische Psychotherapie wurde zwar von den Kassen in Deutschland noch nicht als eigenständiges Verfahren anerkannt, aber das dürfte sich ändern. Denn sie wird immer mehr praktiziert und mehr und mehr Studien dokumentieren ihre Effizienz bei vergleichsweise meist geringem Zeit- und Arbeitsaufwand.

Das Wort ›systemisch‹ leitet sich von den Systemwissenschaften wie allgemeine Systemtheorie, Kommunikationstheorie, Informationstheorie, Spieltheorie und Kybernetik her, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem in den USA erblühten. Von den USA kamen auch erste Anstöße, systemische Theorie in therapeutische Praxis umzusetzen. Und diese Anstöße haben inzwischen zu einem, fast möchte ich sagen: Beben in der psychotherapeutischen Szene geführt, einem Beben, zu dem nun vor allem Praktiker beitrugen, die es wagten, sich von systemischen Erkenntnissen verstören zu lassen und Neues auszuprobieren. Sie trugen zu einer Aufbruchstimmung bei, in der sich Innovationsfreude, das Infragestellen von Grundannahmen, das Heraustreten aus alten Gleisen oft mit humorvoller Unbekümmertheit verbanden.

Obschon zunächst viele der Anstöße dazu aus den USA kamen, lebt hier die systemische Therapie schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr nur von amerikanischen Importen. Das vermittelt sich nicht zuletzt in dem Buch Klaus Mückes, das jetzt in seine zweite Auflage geht.

Mich freut es besonders, darin vieles von dem wieder zu finden, was sich Mitglieder unserer Heidelberger Gruppe erarbeitet, in vielen Fortbildungsveranstaltungen gelehrt, aber häufig noch nicht zusammenhängend dargestellt haben. Das, kann man sagen, hat nun Klaus Mücke glänzend besorgt. Er liefert uns ein Lehr- und Lernbuch der systemischen Therapie, das, soweit dies überhaupt möglich ist, deren neuesten Stand vermittelt und, ohne sich einer Theoriediskussion zu entziehen, doch immer praxisrelevant und anschaulich geschrieben ist. Es stellt in meinen Augen eine bewundernswerte Integrationsleistung dar, in der auch des Autors eigene Ideen und Erfahrungen nicht zu kurz kommen. Es dürfte nicht nur viele Therapeuten, sondern auch zahlreiche Leser aus anderen Bereichen ansprechen, die mitzubekommen versuchen, was sich in unserer so schnell wandelnden Welt an Neuem entwickelt, das nicht nur für den Psychotherapeuten, sondern auch unser Selbstverständnis, für die Gestaltung unserer Beziehungen, ja für ein Überleben in der Postmoderne überhaupt wesentlich ist.

Heidelberg, den 14.9.1999
Prof. Dr. med. et phil. Helm Stierlin

Vorwort zur 4., aktualisierten Auflage

Für diese Auflage schien es mir neben einigen Aktualisierungen und Ergänzungen geboten, die sehr hilfreiche Haltung des absichtslosen Fragens (vgl. Kapitel 2.14) in das Buch aufzunehmen und zu beschreiben. Mit Hilfe dieser Haltung kann ganz unwillkürlich im beraterischen bzw. therapeutischen Kontext eine zurechtweisende, pädagogisch wirkende Einflussnahme vermieden werden, so dass die Kund/inn/en in ihrer Autonomie geachtet und bestärkt werden. Fragen mit dem berühmten innerlich erhobenen Zeigefinger können einem in der Haltung des absichtslosen Fragens nicht mehr unterlaufen.

Um beide Geschlechter anzusprechen und gleichzeitig die Lesbarkeit zu verbessern, habe ich anstatt der Singularform (Beispiel: Kunde/Kundin) an den meisten Stellen die Pluralform (Beispiel: Kund/inn/en) verwendet.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass sich zur Ergänzung des vorliegenden Lehr- und Lernbuches das Buch "Hilf Dir selbst und werde, was Du bist" (MÜCKE 2007a) sehr gut eignet. Es kann als systemisches Therapiemanual, kompetenzorientierter Diagnoseschlüssel sowie als Selbsthilfebuch genutzt werden. Wer sich eher im psychiatrischen bzw. psychosozialen Kontext bewegt, sei auf das Buch "Wer nicht handelt, wird behandelt" (MÜCKE 2008) verwiesen.

Ich wünsche allen Leser/inne/n viele Aha-Effekte und Freude beim Lesen dieses Buches.

Potsdam, den 7.6.2009
Klaus Mücke

Vorwort zur 2., aktualisierten Auflage

Nach überraschend kurzer Zeit machte die große Nachfrage nach dem Lehr- und Lernbuch »Systemische Beratung und Psychotherapie – ein pragmatischer Ansatz« eine 2. Auflage notwendig. Diese Gelegenheit konnte für eine gründliche Überarbeitung, Ergänzung und Aktualisierung genutzt werden.

Das Buch war von vornherein nicht nur auf systemische Fachkreise ausgerichtet. Es sollte ebenso allen anderen Interessierten einen umfassenden und praxisorientierten Überblick über die systemische Beratung und Psychotherapie vermitteln und darüber hinaus auch als Lieferant von Anregungen für problemlösende Sichtweisen dienen. Da der ursprüngliche Titel jedoch nur die erste Zielgruppe ansprach, habe ich mich zu dem vielleicht etwas ungewöhnlichen Schritt entschieden, ihn durch einen auch die anderen Zielgruppen ansprechenden Titel zu ersetzen. Und so heißt die 2. Auflage nun »Probleme sind Lösungen. Systemische Beratung und Psychotherapie – ein pragmatischer Ansatz«.

Meine persönliche und die Entwicklung der Systemischen Psychotherapie haben mich veranlasst, wesentliche Ergänzungen vorzunehmen. In der vorliegenden Ausgabe kann man nun folgende vollkommen neue Themenbereiche entdecken: die Arbeit mit Repräsentationssystemen und Submodalitäten, die Prinzipien der Kooperation (Tit for Tat), das Tetralemma, die psychotherapeutische Hexenposition, die psychische Isomorphie und ihre therapeutische Nutzbarmachung, Betrachtungen zu den Themen »Gerechtigkeit«, »Schuldlosigkeit«, »Glück« und »Ambivalenzfreiheit«, der Umgang mit Emotionen, die Arbeit mit Zukunftsentwürfen der eigenen Person, die Organisation von Ambivalenz bei Psychosen und Borderline, Hypnotherapie zur Bewältigung traumatischer Erlebnisse, die Utilisation dissoziativen Erlebens, die Macht von Suggestionen, die Unterscheidung zwischen einer körpermedizinischen und psychotherapeutischen Herangehensweise.

In der 1. Auflage bereits beschriebene Themenbereiche wurden um wesentliche Aspekte ergänzt, wie zum Beispiel bei den Themen Arbeit mit Metaphern, Rückfall, therapeutische Umgangsweisen bei Kläger/innen-Aufträgen, Unterscheidung zwischen therapeutischem Kontext und dem Kontext sozialer Kontrolle, Rat-Schläge zur Chronifizierung von Problemen. Zudem wurden sämtliche Graphiken überarbeitet sowie verschiedene Tabellen und Graphiken hinzugefügt. Wo es mir passend erschien, habe ich – wie bereits gewohnt – die theoretischen Ausführungen mit Praxisbeispielen, Anekdoten und Geschichten illustriert.

Zeitgleich zu dieser Überarbeitung ist das Buch »Die psychotische Krise. Ein systemisches und entwicklungs-psycho-logisches Erklärungsmodell« erschienen, das sich pointiert mit der – im Doppelsinne – psychiatrischen Problematik auseinander setzt. Da der Artikel »Kritik der psychiatrischen Diagnostik« mehr zu diesem Themenkomplex passt, findet er sich nunmehr dort.

Jetzt bleibt mir nur noch allen Leser/inne/n viel Spaß, neue Anregungen und Erkenntnisse bei der Lektüre zu wünschen.

Potsdam, den 10.02.2001
Klaus Mücke

Einführung und Danksagung

Die Seele aber, mein Guter, sagte er, werde behandelt durch gewisse Besprechungen, und diese Besprechungen wären die schönen Reden. Denn durch solche Reden entstehe in der Seele Besonnenheit, und wenn diese entstanden und da wäre, würde es leicht, Gesundheit auch dem Kopf und dem übrigen Körper zu verschaffen. (Sokrates im »Charmides« nach PLATON)

Die Systemische Psychotherapie bzw. Beratung basiert auf dem Paradigma, dass Phänomene, welcher Art auch immer, nicht isoliert betrachtet werden können, sollen sie verstanden bzw. verändert werden. Nur wenn die spezifischen Wechselwirkungen und Rückkopplungsmechanismen in komplexen Systemen begriffen werden, können grundsätzliche Veränderungen, Handlungsalternativen, neue Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten entwickelt bzw. erzielt werden. Zu solchen Systemen gehören Paarbeziehungen, Familien, Gruppen, Arbeitsteams, Organisationen und andere Beziehungssysteme, die in der Regel nach einem Gleichgewichtszustand mit den sie jeweils umgebenden Umweltsystemen streben.

Entscheidend für die Lösung eines Problems ist neben der Veränderung der Wirklichkeitskonstruktion der betroffenen Menschen ein verändertes Verhalten, das neue Erfahrungen erschließt und Unterschiede ermöglicht bzw. erst durch das Herstellen von Unterschieden möglich wird. Durch hypothetisches Fragen versucht die Systemische Psychotherapie und Beratung neue Wirklichkeitsräume zu schaffen, die es dem/der Einzelnen erleichtert, seine/ihre Sichtweise zu überdenken und Handlungsweisen zu erschließen, die es ermöglichen, sich selbst und die anderen unterschiedlich wahrzunehmen. Probleme, Symptome und Störungen werden in ihrem jeweiligen Kontext gesehen, so dass deren Funktion und Bedeutung für das umgebende Beziehungssystem und in ihm herrschende Beziehungsmuster überprüft und deutlich werden, um so eine Lösung und Veränderung problematischer Verhaltensweisen zu ermöglichen. Wichtig hierbei ist, dass das Leiden an Problemen und Symptomen nur dann gelöst und aufgehoben werden kann, wenn auch eine Loslösung und damit der Verlust von den gewollten oder nicht-gewollten Vorteilen der beziehungsgestaltenden Wirkung von problematischen Verhaltensweisen bzw. Symptomen möglich wird.

Die hier dargestellte Form der Systemischen Beratung und Psychotherapie orientiert sich an einem pragmatischen und integrativen Modell, in dem sowohl strukturelle, strategische und systemische familientherapeutische Richtungen unterschiedlicher Schulen [Mental Research Institute Palo Alto (WATZLAWICK, BEAVIN, JACKSON, WEAKLAND, FISCH); Mailänder Schule (SELVINI PALAZZOLI, BOSCOLO, CECCHIN, PRATA, CIRILLO, SELVINI, SORRENTINO), Heidelberger Schule (STIERLIN, SCHMIDT, SIMON, RETZER, WEBER)] und deren Weiterentwicklungen bzw. Neuakzentuierungen durch HALEY, DE SHAZER, FARRELLY und HELLINGER Eingang gefunden haben als auch hypnotherapeutische Konzepte (ERICKSON, ROSSI). Dabei erweiterte sich der Kontext rein familientherapeutischer Beratung auf die Systemische Psychotherapie bzw. Beratung von Einzelnen, Paaren, Familien, Gruppen, Institutionen und Organisationen. Den system- und erkenntnistheoretischen Bezugsrahmen hierfür bilden der Radikale Konstruktivismus (VON GLASERSFELD, VON FOERSTER), die Konzepte der Autopoiese und der Selbstorganisation selbstreferentieller Systeme (MATURANA, VARELA). Erwähnenswert ist, dass besonders zwischen den einzelnen familientherapeutischen Schulen ein reger kommunikativer Austausch stattfand bzw. stattfindet und sich einzelne Personen gleichzeitig unterschiedlichen Schulen zuordnen lassen. Als eigentlicher Gründervater systemischen Denkens in der Psychotherapie muss meines Erachtens MILTON H. ERICKSON angesehen werden, der nicht nur GREGORY BATESON inspirierte, sondern auch maßgeblichen Einfluss auf JAY HALEY, STEVE DE SHAZER und FRANK FARRELLY sowie auf fast alle familientherapeutischen Konzepte hatte und Hypnose und hypnotherapeutische Verfahren auf seine eigenwillige und geniale Weise wieder in die Psychotherapie einführte, nachdem sie SIGMUND FREUD aufgegeben hatte. GREGORY BATESON wiederum beeinflusste die Gruppe um WATZLAWICK, die wiederum die Mailänder und Heidelberger Schule inspirierte.

Das hier von mir vorgestellte pragmatische Modell Systemischen Denken und Handelns konzentriert sich vornehmlich besonders auf MILTON ERICKSON, GREGORY BATESON, PAUL WATZLAWICK, MARA SELVINI PALAZZOLI, STEVE DE SHAZER, HUMBERTO MATURANA, HELM STIERLIN, BERT HELLINGER, ARNOLD RETZER und GUNTHER SCHMIDT, deren Denken bzw. therapeutisches Können mich stark geprägt und beeinflusst haben. Viele der hier festgehaltenen Ideen und Gedanken entstammen Fortbildungsveranstaltungen von MONIKA SCHIMPF, ARNOLD RETZER, MATTHIAS VARGA VON KIBED, BERT HELLINGER, STEVE DE SHAZER, LUC ISEBAERT, GUNTHER SCHMIDT, FRITZ SIMON, HELM STIERLIN, WOLFGANG LENK, ORTWIN MEISS, BERNHARD TRENKLE, CLOÉ MADANES, FRANK FARRELLY, FRAUKE TEEGEN, FREDERICK KANFER UND HANS-CHRISTIAN KOSSAK, bei denen ich mich an dieser Stelle für ihre Wissens- und Erfahrungsvermittlung bedanken möchte. Meinen besonderen Dank verdienen jedoch BERT HELLINGER, ARNOLD RETZER und GUNTHER SCHMIDT, die den stärksten Einfluss auf meine Gedanken und praktische beraterisch-therapeutische Arbeit hatten und haben, was auch der folgende Text widerspiegelt.

Dieses Buch ist der Versuch, ein konsistentes, logisch sich aus systemisch-konstruktivistisch-hypnotherapeutischen Prämissen abgeleitetes und entwickeltes Konzept systemischen Denkens und Handelns für den psychotherapeutischen Kontext zusammenzustellen, das für den/die Praktiker/in in Psychotherapie und Beratung theoretisches »Handwerkszeug« bietet, um zielsicher und effektiv Lösungen zu entfalten und Kompetenzen und Ressourcen zu aktivieren. Es handelt sich also um ein logisches Ableitungsmodell therapeutischen Handelns. Dabei will ich nicht verhehlen, dass die Zusammenstellung und Konstruktion des hier vorgestellten Modells systemischen Denkens und Handelns allein meiner subjektiven Vorstellung von Wirklichkeit geschuldet ist. In meiner Realitätskonstruktion stellt systemisches Denken und Handeln eine eigenständige – wenn auch übergreifende – wissenschaftliche Disziplin dar, die nicht nur auf den Bereich der Psychotherapie beschränkt ist, sondern sich in der hier vorliegenden Form unmittelbar auch auf folgende andere Wissenschaftsgebiete und Tätigkeitsbereiche anwenden lässt: Supervision, Coaching, Organisationsberatung und -entwicklung, Krisenintervention, Psychiatrie, Recht, Ökologie, nationale und internationale Organisationssysteme, Politik, Anthropologie, Ethnologie, Ethologie, Erkenntnistheorie, Praktische Philosophie.

Gleichzeitig stellt dieses Buch den Versuch dar, die systemischen Inhalte und Prinzipien während ihrer Beschreibung auf die Form der didaktischen Darstellung anzuwenden, so dass für den/die Leser/in der Fokus der Aufmerksamkeit möglichst leicht und lange aufrecht erhalten werden kann. Um sich auf die Inhalte zu konzentrieren – den Fokus der Aufmerksamkeit also möglichst lange halten zu können – erschien es mir deswegen zweckdienlich und sinnvoll, in ihrer Darbietung möglichst viele Unterschiede einzuführen: Wissenschaftliche Beschreibungen und Erklärungen, graphische Darstellungen, Gedankenexperimente, rhetorische Fragen, Praxisbeispiele, Märchen, Geschichten, Witze, Anekdoten, Zitate, Metaphern, Übungen und verallgemeinerte Alltagsgeschichten wechseln sich ab und verweisen zum besseren Verständnis gegenseitig aufeinander.

Natürlich möchte ich Sie mit diesem Buch zu der von mir dargestellten systemischen Sichtweise einladen; inwieweit Sie dieser Einladung folgen möchten, liegt ganz bei Ihnen. Autonom können Sie auch entscheiden, vielleicht nur einen Teil der angebotenen Modelle zu übernehmen, andere zu modifizieren oder ganz zu verwerfen.

Meinen besonderen Dank möchte ich meinen Kund/inn/en in Beratung und Psychotherapie und den Teilnehmer/inne/n meiner Fortbildungsveranstaltungen aussprechen, ohne deren spezifische Problem- bzw. interessierte und kritische Fragestellungen sicherlich viele Gedanken ungedacht und damit ungeschrieben geblieben wären. Sehr gefreut hat es mich, dass HELM STIERLIN sich bereit erklärte, ein Vorwort für dieses Buch zu schreiben. Seine persönlich unnachahmlich wertschätzende und unbestechliche Haltung haben mich tief beeindruckt. Bei ihm findet sich meines Erachtens die Wurzel für die Welt- und Erkenntnisoffenheit der Systemischen Psychotherapie in der Bundesrepublik Deutschland. Für die Durchsicht des Manuskripts möchte ich mich bei DOROTHEE WEIGEL, SIMONE SIEGEL und ANNETTE PÄLCHEN bedanken.

Stimmen zum Buch

»Das Buch ist inhaltsreich, kompetent und spannend geschrieben, didaktisch gut geordnet und durchdacht, so dass es sich als Lehrbuch der Systemischen Beratung und Therapie empfiehlt.« (Prof. Dr. med. Dr. phil. Helm Stierlin)

»Es gelingt dem Autor, Theorie und Praxis in verständlicher Weise aufeinander zu beziehen und die ganze systemische Denkweise einmal in kommunikationsfreundlicher Weise aufzuarbeiten.« (Prof. Dr. F. Schulz von Thun)

»Neben anderen Standardwerken empfehle ich dieses Buch weiter an Studierende und Weiterbildungsteilnehmer/innen, die einen gut lesbaren Überblick erhalten wollen, und an Praktiker/innen, die sich mal wieder Anregungen für ihren Alltag holen wollen, gewissermaßen als unterhaltsame, nicht allzu anstrengende Auffrischung.« (Prof. Dr. Johannes Herwig-Lempp, in: Kontext, Zeitschrift für Familientherapie)

»Ich habe Ihr Buch erhalten und bin begeistert von der Klarheit, Lesbarkeit, der Fülle an Information und ›Wahrheiten‹ – eine Fundgrube und Freude. Vielen Dank.« (Dr. Sybille Ebert-Wittich)