Alfred Pritz / Elisabeth Vykoukal / Katharina Reboly / Nassim Agdari-Moghadam (Hg.)
Das Messie-Syndrom – Phänomen, Diagnostik, Therapie und Kulturgeschichte des pathologischen Sammelns

CoverKartoniert, X + 324 Seiten, 4 schwarz-weiße und 16 farbige Abbildungen, Tabellen, 16,5 x 24 cm, ISBN 978-3-211-76519-7. Wien / New York: Springer Verlag 2008. € 54.99 / Preis in sFr / lieferbar innerhalb von 3 Tagen In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Über psychotherapeutische Hilfen und Selbsthilfeansätze für Menschen, die unter einem Sammel-"Wahn" (Namensvorschlag im Buch: "Organisations-Defizit-Störung [ODS]") leiden und sich nicht von ihrem Müll trennen mögen. Mit Selbstzeugnissen, Fragebögen, Kontaktadressen und Messie-House-Index (Vermessung der Wohnung inkl. Gerümpel). Originalausgabe

Original-Verlagsinfo

Abgeleitet vom englischen Wort mess (= Unordnung) werden jene Menschen Messies genannt, die ihren Lebensbereich drastisch einschränken, indem sie zum Beispiel ihre Wohnungen mit Dingen überfüllen und unter Umständen sich auch die Organisation des Alltagslebens oft extrem erschweren. Da dieses Leiden nicht als psychische Störung erfasst wurde, ergibt sich derzeit ein Mangel an psychotherapeutischer Kompetenzentwicklung. Dieses Buch dokumentiert und bearbeitet diese psychische Entität. Die klinische und wissenschaftliche Definition, die dahinter liegenden psychodynamischen Prozesse und weitere Aspekte, wie die Auseinandersetzung mit Angehörigen werden ebenso beleuchtet, wie die Wirkung von Selbsthilfegruppen, die expertenunterstützte Angehörigengruppe und Gruppenpsychoanalyse für Messies. Ziel ist es, dem Messie-Phänomen näher zu kommen, um es besser zu verstehen und Konsequenzen für die effiziente psychotherapeutische Arbeit ableiten zu können.

Inhalt

Vorwort

Phänomenologie

    1. Das Messie-Syndrom – zur Entstehungsgeschichte einer psychischen Störung (Alfred Pritz)

    2. Selbstbild (Nassim Agdari-Moghadam)

    3. Fallgeschichten (Elisabeth Vykoukal)

    4. Angehörige von Messies (Gina Borsos und Robert Gruber)

    5. Fallgeschichte: Frau Berta Z. (Katharina Reboly)

Diagnostik

    6. Horten und Sammeln im Spektrum der Zwangsstörungen (Martin Aigner, Ulrike Demal und Markus Dold)

    7. Krank oder nicht krank? – Psychiatrische Aspekte einer Organisations-Defizit-Störung (sog. Messie-Syndrom) (Arnd Barocka)

    8. Der Messie House Index (MHI) (Andreas Schmidt)

    9. Der Messie-Formenkreis (Katharina Reboly)

Therapeutische Aspekte

      10. Sammelsurium – Ein buntes Durcheinander. Psychoanalytische Überlegungen zum Messie-Syndrom (Christa Luger)

      11. Das Messie Kunstprojekt (Dorit Doppelhammer)

      12. Selbsthilfe – Erfahrungsberichte von Betroffenen (Gabriele Flemisch)

      13. Das therapeutische Angebot der SFU (Elisabeth Vykoukal)

Selbstzeugnisse

      14. Die Messie Bewegung in der Schweiz (Johannes von Arx)

      15. Worte eines Betroffenen (Erwin Prem)

Das Messie-Phänomen im Spiegel der Kulturgeschichte

      16. Der Messie immer schon in uns – Kreuz/Quer zur Kultur oder Jenseits des Gegenstandes (Joachim Prandstetter)

Anhang: Kontaktadressen, Fragebögen

Stimme zum Buch

Das Buch zeigt die verschiedenen Ansätze zum Messie-Syndrom auf und fasst sie zu einem Ganzen zusammen. Wir finden Berichte über psychotherapeutische Hilfen und Selbsthilfeansätze für Menschen, die unter einem Sammel-"Wahn" (Namensvorschlag im Buch: "Organisations-Defizit-Störung [ODS]") leiden und sich nicht von ihrem Müll trennen mögen. Und es enthält Selbstzeugnisse, Fragebögen, Kontaktadressen und den Messie-House-Index (Vermessung der Wohnung inkl. Gerümpel). Der Versuch einer eigenen Diagnostik wird entwickelt, ebenso finden sich allerlei therapeutische, vor allem psychoanalytische Überlegungen, schließlich ist Alfred Pritz Leiter der Forschungsgruppe "Messie-Syndrom" und Rektor der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien. Dargestellt wird die Messie-Bewegung in Österreich und in der Schweiz; aus Deutschland gibt es im Anhang immerhin eine Adresse. Zudem werden kulturgesellschaftliche Überlegungen angestellt, beispielsweise fragt man sich, ob das Messie-Syndrom mit der modernen Wegwerfgesellschaft zu tun haben könnte. Ziel des Buches ist es, dem Messie-Phänomen näher zu kommen, um es besser zu verstehen und Konsequenzen für die effiziente psychotherapeutische Arbeit ableiten zu können. Für alle, die sich weiter mit dem Thema weiter – ob therapeutisch, selbsthilfemäßig oder theoretisch – beschäftigen wollen, liefert das Buch eine Vielzahl von Anregungen. (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)