Eckhard Rohrmann
Mythen und Realitäten des Anders-Seins – Gesellschaftliche Konstruktionen seit der frühen Neuzeit

CoverKartoniert, 323 Seiten, 11 Abbildungen, 3 Tabellen, 17 x 24 cm, ISBN 978-3-531-16825-8. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage 2011. € 46.99 / Preis in sFr / lieferbar innerhalb von 3 Tagen In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Ebenso wenig wie Menschen, die früher für besessen, Narren, Hexen oder Wechselbälger gehalten wurden, das tatsächlich waren, sind Menschen, die uns als Behinderte oder psychisch Kranke erscheinen, dies in ontologischem Sinne. Vom Hexenmythos über die thomistische (d. h. an die spätmittelalterliche philosophisch-theologische Lehrrichtung des Thomas von Aquin anschließende) Dämonologie und den kartesianischen Mechanismus bis hin zur heutigen sozialen Konstruktion von Behinderung und psychischer Krankheit. Original 2007

Original-Verlagsinfo

Menschen, die ihren Zeitgenossen anders erscheinen, müssen deshalb nicht auch anders sein. Ebenso wenig wie Menschen, die in der frühen Neuzeit für besessen, Narren, Hexen oder Wechselbälger gehalten wurden, das tatsächlich waren, kann davon ausgegangen werden, dass Menschen, die uns heute als Behinderte oder psychisch Kranke erscheinen, dies in ontologischem Sinne sind. Der Hexenmythos ist weitgehend entzaubert, die thomistische Dämonologie als Leitparadigma durch den kartesianischen Mechanismus abgelöst worden. Doch auch unser heutiges Verständnis von Behinderung und psychischer Krankheit ist sozial konstruiert.

Über den Autor

Dr. Eckhard Rohrmann ist Professor im Bereich Sozial- und Sonderpädagogik an der Philipps-Universität Marburg.

Aus dem Inhalt

Dämonologisch-theologische Erklärungsansätze des Anders-Seins - Der Paradigmenwechsel: Von der Dämonologisierung zur Biologisierung und Pathologisierung des Anders-Seins - Kontinuitäten beim Übergang von der Dämonologisierung zur Pathologisierung des Anders-Seins - Perspektiven für einen neuerlichen Paradigmenwechsel im Verständnis von und im Umgang mit Anders-Sein

Rezension

"... Rohrmann hat mit diesem Buch eine Untersuchung vorgelegt, die sich sowohl durch eine bewunderungswürdige Kenntnis historischer Formen des Andersseins, durch seine „erkenntnistheoretische Klugheit“, als auch durch seine gute Lesbarkeit auszeichnet. Es ist dem Autor hervorragend gelungen, seiner Untersuchung eine sachliche und argumentativ anspruchsvolle Form zu geben und zugleich an die oft drastischen Auswirkungen der Konstruktion von Andersartigkeit auf die jeweils Betroffenen zu erinnern. Das Buch lädt dazu ein, die eigenen Wahrheiten zu hinterfragen und leistet damit selbst einen Beitrag zur Dekonstruktion. Eine wichtige erkenntnistheoretische Botschaft des Buches könnte man mit einem bekannten Ausspruch von Kant zum Ausdruck bringen: 'Aller Irrtum besteht darin, dass wir unsere Art, Begriffe zu bestimmen oder abzuleiten oder einzuteilen, für Bedingungen der Sache an sich halten.'" (Roman Werner, in www.socialnet.de/rezensionen/5163.php)