Marius Romme / Sandra Escher
Stimmenhören verstehen – Der Leitfaden zur Arbeit mit Stimmenhörern

CoverKartoniert, 240 Seiten, 14 x 21,5 cm, ISBN 978-3-88414-442-8. Köln: Psychiatrie-Verlag, 2. Auflage 2013. € 24.90 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Über alternative Erklärungs- und Therapieansätze sowie therapeutische Interventionen wie Stimmeninterview, Bericht und Konstrukt als methodische Hilfsmittel, um die Beziehung zwischen Stimmen und individueller Lebensgeschichte zu analysieren und der Bedeutung der Stimmen auf die Spur zu kommen. Mit dem 16-seitigen Maastrichter Fragebogen als Beilage. Englische Originalausgabe 1999, deutsche Erstveröffentlichung 2008.

Original-Verlagsinfo

Nicht jeder, der Stimmen hört, hat eine psychische Erkrankung. Viele Menschen kommen sogar mit ihren Stimmen gut zurecht und empfinden sie als Bereicherung. Vor allem diese Entdeckung hat die niederländischen Forscher Romme und Escher dazu gebracht, einen anderen Ansatz als den herkömmlich psychiatrischen zu vertreten: Nicht das Stimmenhören an sich ist problematisch, sondern erst dann, wenn die Stimmen als beängstigend und tyrannisierend erlebt werden, ist Hilfe erforderlich. Das, was die Stimmen zu sagen haben, ist ernst zu nehmen, denn es liefert Aufschlüsse über ungelöste Lebensprobleme des Stimmenhörers und dies kann bei der Bewältigung der Probleme helfen. Außerdem sind Strategien des Umgangs mit den Stimmen zu entwickeln, sodass der Stimmenhörer sowohl die Stimmen wie auch sein Leben in den Griff bekommt.

Die Autoren haben zu diesem Zweck ein Instrumentarium entwickelt, das in diesem Buch detailliert vorgestellt wird: Stimmeninterview, Bericht und Konstrukt sind methodische Hilfsmittel, um die Beziehung zwischen Stimmen und individueller Lebensgeschichte zu analysieren und der Bedeutung der Stimmen auf die Spur zu kommen. Ausführlich werden therapeutische Interventionen vorgestellt, die Hörern zu einem selbstbewussteren Umgang mit den Stimmen verhelfen sollen. Ein Überblick über alternative Erklärungs- und Therapieansätze, auf die Stimmenhörer häufig zurückgreifen, z.B. Mystik oder Reinkarnation sowie über Formen der Selbsthilfe, runden das Buch ab. Denn auch hier gilt: Stimmenhörer sind mit ihren eigenen Lösungsansätzen und Ressourcen ernst zu nehmen und darin zu unterstützen.

Autorin & Autor

Sandra Escher, Dr. phil, arbeitet als Forscherin an der Universität Maastricht, Niederlande. Ehrenamtliche Forscherin an der University of Central England in Birmingham.

Marius Romme war von 1974 bis 1999 Professor für Soziale Psychiatrie an der Universität Maastricht, Niederlande, anschließend Gastprofessor an der University of Central England in Birmingham. Seit 1987 erforscht er gemeinsam mit Sandra Escher das Phänomen des Stimmenhörens mit dem Schwerpunkt der Erfahrung der Betroffenen. Gemeinsam legten sie den Grundstein für die internationale Stimmenhörerbewegung.

Weitere Bücher von Marius Romme und Sandra Escher und mit Beiträgen von ihnen Antipsychiatrieversand:

Pressestimmen

Nach "Stimmenhören akzeptieren" geht es jetzt um das Verstehen von Stimmen: um alternative Erklärungs- und Therapieansätze sowie therapeutische Interventionen wie Stimmeninterviews, Berichte und Konstrukte als methodische Hilfsmittel, damit Therapeuten und über sie auch Betroffene die Beziehung zwischen Stimmen und individueller Lebensgeschichte analysieren und der Bedeutung der Stimmen auf die Spur kommen können. Romme und Escher empfehlen, die in dem Buch erläuterten Methoden nur in Verbindung mit der Teilnahme an speziellen Fortbildungskursen und möglichst gemeinsam von Profi und Stimmenhörer anzuwenden. Das Buch ist in drei Teile untergliedert. Teil I erklärt die Notwendigkeit eines neuen Ansatzes, die Auswirkung von Forschung auf die Diagnostik und den Zusammenhang von Stimmen und Lebensgeschichte. Teil II führt den Fragebogen ein als Mittel, diese Beziehung zu analysieren und zu einem Konstrukt (welch scheußlicher Begriff) weiterzuentwickeln, das die zugrunde liegenden Probleme definiert. Teil III befasst sich mit den Interventionen und mit Erklärungen, die Stimmenhörer für ihre Stimmen haben. Leider fehlt in der erwähnten Literatur, über die man sich mit Erfahrungen von Stimmenhörern vertraut machen soll, ausgerechnet das Buch "Meine Stimmen – Quälgeister und Schutzengel. Texte einer engagierten Stimmenhörerin" von Hannelore Klafki, der 2005 gestorbenen Gründerin des deutschen Netzwerks Stimmenhören. Im Maastrichter Fragebogen, der dem Buch beiliegt, werden u.a. traumatische Erfahrungen insbesondere in der Kindheit abgefragt. Ausgespart werden allerdings ausgerechnet Fragen nach traumatischen Psychiatrieerfahrungen, dabei ist der Zusammenhang zwischen Missbrauch in der Kindheit, Wiederholung traumatischer Erfahrungen in der Psychiatrie (erzwungenes Entkleiden, erzwungener Bettaufenthalt, gewaltsame Manipulationen am Körper) und Stimmenhören wie auch anderen Formen verrückter Lebens- und Sinnesweise hinreichend bekannt. (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)