Gerhard Strate
Der Fall Mollath – Vom Versagen der Justiz und Psychiatrie

CoverGebunden mit Schutzeinschlag, 271 Seiten, 1 farbige Abbildung, 15,5 x 22,3 cm, ISBN 978-3-280-05559-5. München: Verlag Orell Füssli 2015. € 19.95 / Preis in sFr / sofort lieferbar oder Bestellung mit Formular
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Alles über den "Fall Gustl Mollath" und die bezeichnenden Praktiken von Psychiatrie und Justiz, mit Esprit, Akribie, Witz und Engagement verfasst von Gustl Mollaths Verteidiger von 2012 bis 2014, der im Wiederaufnahmeverfahren am Landgericht Regensburg für Mollaths Freispruch sorgte. Präzise und in klaren Worten zeigt der berühmte Strafverteidiger auf, wie Mollath mit konstruierten Beweisen psychiatrisiert wurde, welche Schande das Unterbringungsurteil ("Justizmord") des Landgerichts Nürnberg-Fürth 2006 für den Rechtsstaat darstellt – auch und besonders für die forensische Psychiatrie. Originalausgabe

Original-Verlagsinfo

Gerhard Strate war an vielen besonders spektakulären Gerichtsverfahren beteiligt. Die von ihm erstrittene Freilassung des Gustl Mollath zählt bereits heute zu den aufregendsten Fällen der deutschen Rechtsgeschichte. Seine Gegner bezeichnen ihn als Querulanten, er selbst versteht sich als Verteidiger des liberalen Rechtsstaats. Ein Buch über unglaubliche Rechtsfälle und Verbrechen, von Schuld und Unschuld und der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Das ebenso spannende wie sehr persönliche Buch eines der großen Strafverteidiger.

Über den Autor

Dr. Gerhard Strate zählt zu den profiliertesten Strafverteidigern der Bundesrepublik Deutschland. Er studierte in Hamburg und war Mitglied des kommunistischen Studentenverbandes. Öffentlich bekannt wurde er Ende der 1980er, als er Monika Böttcher, ehemals Weimar, verteidigte. Seitdem gilt Strate als Spezialist für besonders schwierige Fälle. Gerhard Strate lebt mit seiner Familie in Hamburg, wo sich auch seine Kanzlei befindet.

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Alles über den "Fall Gustl Mollath" und die bezeichnenden Praktiken von Psychiatrie und Justiz, mit Esprit, Akribie, Witz und Engagement verfasst von Gustl Mollaths Verteidiger von 2012 bis 2014, der im Wiederaufnahmeverfahren am Landgericht Regensburg für Mollaths Freispruch sorgte. Präzise und in klaren Worten zeigt der berühmte Strafverteidiger auf, wie Mollath mit konstruierten Beweisen psychiatrisiert wurde, welche Schande das Unterbringungsurteil ("Justizmord") des Landgerichts Nürnberg-Fürth 2006 für den Rechtsstaat darstellt – auch und besonders für die forensische Psychiatrie, die, so Strates Worte, "mit einer omnipotenten Weltsicht jede Regung des Andersseins als 'Auffälligkeit' registriert und zu jeder Einflüsterung von Krankheitsbildern in die Ohren vorurteilsstarker Richter bereit ist." Eingeflossen in Strates brillante justizhistorische Dokumentation sind Reflexionen über das deutsche Justizsystem, seine Verfassungsbrüche, seine Rechtsbeugungen und ihre Gehilfen, insbesondere die psychiatrischen "Sachverständigen". Das Buch ist ein Glücksfall: Ein Fachmann, der alle Fakten und Beteiligten kennt, nennt diese beim Namen und zeigt anhand der Aktenlage mit jeweils kurzen Verweisen auf die Rechtslage detailliert und nachvollziehbar die Lügen der Beteiligten auf, ihre Rechtsbeugungen und Betrügereien, ihre sprachlichen Tricksereien mit sich wissenschaftlich gebenden Diagnosen, ihre Omnipotenzfantasien und ihren Pathologisierungswahn. Und wie angesichts der geplanten Zwangsbehandlung wegen angeblicher Einwilligungsunfähigkeit das humane Vorgehen eines einzigen vernünftig gebliebenen Gutachters, des bayerischen Psychiaters Johann Simmerl, den Grundstein für Mollaths letztendliche Rettung legte. Ein absolut empfehlenswertes Buch. (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)