Stefan Weinmann
Erfolgsmythos Psychopharmaka – Warum wir Medikamente in der Psychiatrie neu bewerten müssen

CoverKartoniert, 264 Seiten, 13,7 x 21,5 cm, ISBN 978-3-86321-156-1. Frankfurt am Main: Mabuse Verlag, Neuausgabe 2013. € 24.90 / Preis in sFr / sofort lieferbar In den Warenkorb oder Bestellung mit Formular
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Auseinandersetzung mit den Folgen des Bekanntwerdens der Psychopharmakaschäden, insbesondere der von Volkmar Aderhold publizierten neuroleptikabedingten hohen Sterblichkeitsraten und Plädoyer für Alternativen à la Soteria und Offener Dialog, für Wahlfreiheit, Einbeziehung von Psychiatriebetroffenen in Praxis und Forschung und eine von Pharmaunternehmen unabhängigeren Forschungs-, Entstigmatisierungs- und Informationspolitik. Originalausgabe 2008

Original-Verlagsinfo

Stefan Weinmann zeigt, dass die zentrale Bedeutung der Psychopharmakotherapie bei schweren psychischen Erkrankungen nicht gerechtfertigt ist. Arzneimittelhersteller suggerieren zwar ein anderes Bild, die aktuellen Studien lassen aber Zweifel aufkommen. Ist der über die Placebo-Wirkung hinausgehende Nutzen von Antidepressiva doch geringer als bisher vermutet? Schaden Antipsychotika in manchen Fällen nicht mehr als sie nutzen? Höchste Zeit für eine Neubewertung, fordert Stefan Weinmann, und belegt dies ausführlich an den beiden wichtigsten Psychopharmakagruppen, den Antidepressiva und den Antipsychotika.

Über den Autor

Stefan Weinmann, Jg. 71, arbeitet in der Sozialmedizin und Epidemiologie an der Charité im Bereich psychiatrischer Versorgungsforschung. Er hat in Medizin und Gesundheitswissenschaften/Public Health promoviert und hat den Titel "Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie".

Rezension

"Sozialpsychiatrisch orientierte (d.h. Publikationen kritischer Psychiatriebetroffener ignorierende) Auseinandersetzung mit den Folgen des Bekanntwerdens der Psychopharmakaschäden, insbesondere der von Volkmar Aderhold publizierten neuroleptikabedingten hohen Sterblichkeitsraten und Plädoyer für Alternativen à la Soteria und Offener Dialog, für Wahlfreiheit, Einbeziehung von Psychiatriebetroffenen in Praxis und Forschung und eine von Pharmaunternehmen unabhängigere Forschungs-, Entstigmatisierungs- und Informationspolitik. Wenn ein Psychiater "wir" sagt, meint er das durchaus und ausschließlich wörtlich: die Definitionsmacht der Probleme möchte er nicht teilen, und wenn es darum geht, Forderungen aufzustellen, will er auch hier bestimmen; sich mit den Forderungskatalogen der Organisationen von Psychiatriebetroffenen und ihre Unterstützern auseinanderzusetzen, diese auch nur zu benennen, ist nicht die Sache eines Sozialpsychiaters. Nichtsdestotrotz ist das Buch lohnenswert zu lesen; es zeigt, dass die Revocerydiskussion und die Forderung nach einem Paradigmenwechsel bzw. nach Paradigmenabschaffung (siehe Pat Bracken) bei Psychiatern angekommen ist." (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)