Rahel Zurbrügg / Christian Burr / Peter Briggeler / Elsy B. Moser
Sexualität und psychische Gesundheit – Ein Manual für die Einzel- und Gruppenarbeit mit Betroffenen und Fachpersonen

CoverKartoniert, 144 Seiten, 16,5 x 24 cm, ISBN 978-3-88414-628-6. Köln: Psychiatrie Verlag 2017. € 29.95 / Preis in sFr / sofort lieferbar oder Bestellung mit Formular
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Arbeitshilfe für psychiatrische Weiterbildungen sowie Workshops mit Betroffenen zum leichteren Ansprechen von Sexualproblemen, die mit psychischen Probleme verbunden sein können bzw. als Folge der Verabreichung von Psychopharmaka auftreten können. Mit Downloadmaterial. Originalausgabe

Original-Verlagsinfo

Menschen mit psychischen Erkrankungen werden in ihrer Sexualität mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert. Sowohl die psychische Störung selbst als auch die Behandlung mit Psychopharmaka können das Sexualleben, die Entwicklung der eigenen sexuellen Identität und partnerschaftliche Beziehungen beeinträchtigen. So wichtig dieses Thema für die seelische Gesundheit ist: Der konkrete Austausch darüber zwischen Betroffenen und Pflegepersonen ist im psychiatrischen Kontext meist ein Tabu. Hier bietet eine Arbeitshilfe Pflegefachpersonen, Begleitern und Betroffenen wertvolles Erfahrungswissen mit hohem Praxisbezug. Ein Manual mit konkreten Handreichungen fördert diesen Dialog und baut Berührungsängste ab.

Die Hauptbestandteile des Buches bieten

  • Theorie-Input für Weiterbildung und Workshops: der aktuelle Stand des Wissens aus Forschung und Praxis zum Thema Sexualität in der Psychiatrie;
  • besonders relevante Konzepte: Betroffeneneinbezug und Selbstmanagement;
  • das Manual für die Durchführung der Weiterbildung für Fachpersonen und die Workshops für Betroffene;
  • ein Selbsthilfehandbuch für Betroffene zur Weitergabe und Bearbeitung;
  • übergeordnete praktische Hinweise zu Methodik und Didaktik sowie zu Hilfsmitteln, Informationsmaterialien, Handouts und eine Linksammlung.

Die zusätzlichen Arbeitsmaterialien für die Weiterbildung, Workshops und zur Selbsthilfe stehen als Download zur Verfügung und erleichtern Pflegenden, ihr Vorhaben im Arbeitsalltag umzusetzen.

Über die Autorinnen und Autoren

Rahel Zurbrügg ist Diplom-Pflegefachfrau HF und Sexualpädagogin. Sie arbeitete mehrere Jahre für die Universitären Psychiatrischen Dienste (UPD) Bern und ist nun bei ProVita24 GmbH in Bern in der ambulanten psychiatrischen Pflege tätig.

Christian Burr ist Pflegeexperte MScN und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung Forschung und Entwicklung Pflege der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Bern.

Peter Briggeler ist Berater und Coach bei der Aids Hilfe Bern und für die Themen Jugendliche, Freier, Drogen und Schulungen zuständig.

Elsy B. Moser ist Expertin aus Erfahrungen EX-IN, FH Gesundheit Bern. Sie besucht immer wieder aufbauende Aus- und Weiterbildungen und lebt und arbeitet selbständig in Zürich.

Weitere Bücher mit Beiträgen von Christian Burr im Antipsychiatrieversand: Stimmenhören und Recovery – Erfahrungsbasierte Beratung in der Praxis · Recovery in der Praxis – Voraussetzungen, Interventionen, Projekte

Rezension

"Rahel Zurbrügg (Psychiatriefachpflegerin, und Sexualpädagogin), Christian Burr (Psychiatriepflegeexperte), Peter Briggeler (Sozialarbeiter und Coach bei der Aids Hilfe im Bereich Sexualität) und Elsy B. Moser (Expertin aus Erfahrung und EX-INlerin), allesamt aus der Schweiz, haben eine Arbeitshilfe für psychiatrische Weiterbildungen sowie Workshops mit Betroffenen verfasst. Damit können Sexualprobleme, die mit psychischen Probleme verbunden sein können, leichter angesprochen werden. Das Buch soll Profis ("Fachpersonen", wie sich Profis in der Schweiz gerne voller Stolz bezeichnen) und Betroffenen Hemmungen nehmen, über das Thema Sexualität zu reden und alles Weitere, was damit verbunden ist: sei es HIV, Partnersuche, Verhütung, Rückzugsmöglichkeiten in psychiatrischen Einrichtungen, Sexualprobleme u.v.m. Auch über Sexualprobleme, die als Folge der Verabreichung von Psychopharmaka auftreten können, und wie diese trotz Weitereinnahme der Substanzen und trotz Weiterertragen der psychopharmakabedingten Hormonveränderungen erträglicher gemacht werden können (darunter der zweifelhafte Ratschlag, seine Psychopharmaka erst nach Vollzug des Sexualakts zu schlucken – als gäbe es nicht so etwas wie lange Wirkdauern und Halbwertzeiten). Das Thema der Prolaktinerhöhung wird leider ausgespart. Gemeint ist die erhöhte Konzentration des Hormons Prolaktin, die für die Sexualstörungen unter Psychopharmaka verantwortlich ist und zu Geschwulstbildungen in den Brustdrüsen und der Hirnanhangdrüse führen kann. Dieser Mangel im Buch ist ebenso wenig nachvollziehbar wie sein exorbitanter Preis." (Peter Lehmann, FAPI-Nachrichten)