Benutzername Rudolph Diyezwa 2 24 2002-04-03T08:30:00Z 2002-05-23T09:36:00Z 2002-05-23T09:36:00Z 9 3281 18706 EDF 155 37 22972 9.3821
 
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Die Deklaration von Madrid

 

Nicht-Diskriminierung plus positive Handlung(en) bewirken soziale Integration

 

Wir, ber 600 Teilnehmer am Europ ischen Behindertenkongress, zusammengekommen in Madrid, begr en die Proklamation des Jahres 2003 als das Europ ische Jahr von Menschen mit Behinderungen als ein Ereignis, das das ffentliche Bewusstein ber die Rechte von mehr als 50 Millionen Europ ern mit Behinderungen steigern muss.

 

Wir legen unsere Vision in diese Deklaration, die f r Aktionen f r das Europ ische Jahr im Rahmen der Europ ischen Gemeinschaft auf nationaler, regionaler und rtlicher Ebene einen konzeptionellen Rahmen darstellen sollte.

 

Vorwort

 

1. Behinderung ist ein Menschenrechtsthema

Behinderte Menschen haben die selben Menschenrechte wie alle anderen B rger. Der erste Artikel der Menschenrechtsdeklaration legt fest: Alle Menschen sind frei und gleich in ihrer W rde und in ihren Rechten. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten alle Gemeinden die Verschiedenheit innerhalb ihrer Gemeinschaften begr en und danach streben, sicherzustellen, dass alle behinderten Menschen die volle Palette der Menschenrechte in Anspruch nehmen k nnen: b rgerlich, politisch, sozial, konomisch und kulturell wie in den verschiedenen internationalen Konventionen, im EU - Vertrag und in den verschiedenen nationalen Verfassungen festgelegt.

 

2. Behinderte Menschen wollen Chancengleichheit und nicht Wohlt tigkeit

So wie viele andere Regionen in der Welt hat die Europ ische Union eine langen Weg w hrend der letzten Dekade zur ckgelegt: von der Philosophie der Bevormundung behinderter Menschen zu dem Versuch, sie zu bef higen, die Kontrolle ber ihr eigenes Leben auszu ben. Die alten Einstellungen, die weitgehend auf Mitleid und Hilflosigkeit behinderter Menschen begr ndet waren, gelten nun als unakzeptabel. Die Handlung verlagert sich von der Betonung der Rehabilitation des Individuums, damit es in die Gesellschaft passt , zu einer umfassenden Philosophie der sich ver ndernden Gesellschaft, die den Bedarf von allen Personen einschlie t und ber cksichtigt, einschlie lich der Menschen mit Behinderungen. Behinderte Menschen fordern gleiche M glichkeiten und Zugang zu allen gesellschaftlichen Ressourcen, d.h. integrative Bildung, neue Technologien, Gesundheits- und soziale Dienste, Sport- und Freizeitaktivit ten, Konsumg ter und Dienstleistungen.

 

3. Barrieren in der Gesellschaft f hren zu Diskriminierung und sozialem Ausschluss

Die Art, in der unsere Gesellschaften organisiert sind, bedeutet oft, dass behinderte Menschen nicht f hig sind, ihre Menschenrechte voll wahrnehmen zu k nnen und dass sie sozial ausgeschlossen sind. Die statistischen Daten, die verf gbar sind, belegen, dass behinderte Menschen unakzeptabel niedrige Bildungs- und Besch ftigungsniveaus haben. Daraus resultiert auch, dass verglichen mit nicht behinderten B rgern eine gr ere Anzahl von behinderten Menschen in tats chlicher Armut lebt.

 

4. Behinderte Menschen: Die unsichtbaren B rger

Die Diskriminierung, der behinderte Menschen gegen berstehen, basiert manchmal auf Vorurteilen gegen sie, aber viel fter wird sie durch die Tatsache verursacht, dass behinderte Menschen weitgehend vergessen und ignoriert werden und das hat Auswirkungen auf die Schaffung und Untermauerung von Barrieren in der Umwelt und in der Haltung, die behinderte Menschen daran hindern an der Gesellschaft teilzuhaben.

 

5. Behinderte Menschen bilden eine verschiedenartige Gruppe

Wie in allen Gebieten der Gesellschaft bilden behinderte Menschen eine sehr unterschiedliche Gruppe von Menschen und nur eine Politik, die diese Unterschiedlichkeit respektiert, wird funktionieren. Insbesondere mehrfachbehinderte Menschen und ihre Familien bed rfen der besonderen Aufmerksamkeit durch die Gesellschaft, aber sie sind oft die am st rksten vergessenen unter den behinderten Menschen. Auch Frauen mit Behinderungen und behinderte Menschen von ethnischen Minderheiten sind oft von doppelter oder vielfacher Diskriminierung betroffen, die aus dem Zusammentreffen der Diskriminierung, die in ihrer Behinderung und der Diskriminierung, die aus dem Geschlecht oder der ethnischen Abstammung begr ndet ist resultiert. F r geh rlose Menschen ist die Anerkennung der Geb rdensprache ein fundamentaler Punkt.

 

6. Nicht-Diskriminierung plus positive Handlung(en) bewirken soziale Integration

Die k rzlich angenommene EU Charta der Grundrechte best tigt, dass f r das Erreichen der Gleichberechtigung f r behinderte Menschen das Recht, nicht diskriminiert zu werden, erg nzt werden muss um das Recht von Ma nahmen zu profitieren zu Gunsten ihrer Unabh ngigkeit, Integration und Teilhabe am Leben der Gesellschaft. Diese vereinheitlichte Erkenntnis wurde zum Leitprinzip des Madrider Kongresses, der im M rz 2002 mehr als 600 Teilnehmer versammelte.

 

Unsere Vision

 

1. Unsere Vision kann am besten beschrieben werden als ein Gegensatz zwischen dieser neuen Vision und der alten Vision, die es zu berwinden gilt:

a)  Weg von behinderten Menschen als Objekte der Wohlt tigkeit ... und hin zu behinderten Menschen als Inhaber von Rechten.

b)  Weg von Menschen mit Behinderungen als Patienten... und hin zu Menschen mit Behinderungen als unabh ngige B rger und Verbraucher.

c)  Weg davon, dass Professionelle Entscheidungen f r behinderte Menschen treffen ... und hin zu unabh ngiger Entscheidungsfindung und bernahme von Verantwortung durch behinderte Menschen und ihre Verb nde bei Themen, die sie betreffen.

d)  Weg von der Konzentration nur auf individuelle Beeintr chtigungen... und hin zur Beseitigung von Barrieren, nderung von sozialen Normen, Politiken, Kulturen und zur F rderung einer unterst tzenden und zug nglichen Umwelt.

e)  Weg von der Abstemplung von Menschen als Abh ngige oder nicht zu Besch ftigende ...und hin zur Betonung der F higkeit und der Bereitstellung von aktiven Unterst tzungsma nahmen.

f)   Weg von der Gestaltung von wirtschafts- und sozialen Prozessen f r die wenigen ... und hin zur Gestaltung einer flexiblen Welt f r die vielen.

g)  Weg von unn tiger Trennung in Bildung, Besch ftigung und anderen Bereichen des Lebens und hin zur Integration behinderter Menschen in alle Bereiche des Lebens.

h)  Weg von einer Behindertenpolitik als ein Punkt der nur spezielle Ministerien betrifft ...und hin zu Einbeziehung der Behindertenpolitik als eine generelle Regierungsverantwortung.

 

2. Eine Gesellschaft f r alle

Die Durchsetzung unserer Vision wird nicht nur f r behinderte Menschen sondern f r die gesamte Gesellschaft von Nutzen sein. Eine Gesellschaft, die einige ihrer Mitglieder ausschlie t, ist eine arme Gesellschaft. Aktionen zur Verbesserung der Bedingungen f r behinderte Menschen werden zur Ausgestaltung einer flexiblen Welt f r alle f hren. Was heute im Namen der Behinderten getan wird, wird f r alle in der Welt von morgen Bedeutung haben .

 

Wir, die Teilnehmer am Europ ischen Behindertenkongress, die sich in Madrid getroffen haben, teilen diese Vision und bitten alle Beteiligten das Europ ische Jahr von Menschen mit Behinderungen 2003 als den Beginn eines Prozesses anzusehen, der diese Vision zur Realit t machen wird. 50 Millionen europ ische behinderte Menschen erwarten von uns, dass ein Impuls f r diesen Prozess gegeben wird, um dies zu verwirklichen.

 

Unser Programm zur Verwirklichung dieser Vision

 

1. Gesetzliche Ma nahmen

Eine umfassende Antidiskriminierungs-Gesetzgebung muss unverz glich erlassen werden, um existierende Barrieren zu beseitigen und die Errichtung von neuen Barrieren zu vermeiden, denen behinderte Menschen zum Beispiel in der Bildung, in der Besch ftigung und beim Zugang zu G tern und Dienstleistungen begegnen k nnen und welche behinderte Menschen daran hindern, ihr volles Potential f r soziale Teilhabe und Unabh ngigkeit zu erreichen. Die Nicht - Diskriminierungsklausel in  Artikel 13 des EG Vertrages erm glicht dies auf Gemeinschaftsebene und tr gt somit zu einem wirklich barrierefreien Europa f r Menschen mit Behinderungen bei.

 

2. Einstellungen ver ndern

Die Antidiskriminierungs-Gesetzgebung hat bewiesen, dass sie erfolgreich die Ver nderungen in der Einstellung zu Menschen mit Behinderungen zustande bringt. Gesetze sind jedoch nicht genug. Ohne eine starke Verpflichtung der ganzen Gesellschaft, einschlie lich der aktiven Teilhabe von behinderten Menschen und ihrer Verb nden um ihre eigenen Rechte zu sichern, bleibt die Gesetzgebung eine leere H lse. ffentliche Bildung ist daher f r die Unterst tzung der Gesetzgebungsma nahmen und f r ein besseres Verst ndnis f r die Bed rfnisse und Rechte von behinderten Menschen in der Gesellschaft und um Vorurteile und Stigmatisierung zu bek mpfen, die gegenw rtig noch existieren, notwendig.

 

3. Dienstleistungen, die ein unabh ngiges Leben f rdern

Um das Ziel von gleichem Zugang und Teilhabe zu erreichen ist es auch erforderlich, dass Mittel in einer solchen Art und Weise gesteuert werden, dass sich die M glichkeiten der behinderten Menschen teilzunehmen und ihre Rechte auf ein unabh ngiges Leben verbessern. Viele behinderte Menschen ben tigen unterst tzende Dienste in ihrem t glichen Leben. Diese Dienste m ssen seri se Dienste sein, die dem Bedarf von behinderten Menschen entsprechen und sie m ssen in die Gesellschaft integriert und nicht Ursache f r Ausgrenzung sein. Solche Unterst tzung stimmt mit dem Europ ischen Sozialmodell der Solidarit t berein   ein Modell, das unsere kollektive Verantwortung f reinander anerkennt und besonders f r jene, die Hilfe ben tigen.

 

4. Unterst tzung der Familien

Die Familie behinderter Menschen, insbesondere Familien behinderter Kinder und Menschen mit Mehrfachbehinderung, die nicht f hig sind sich selbst zu vertreten, spielt eine lebenswichtige Rolle f r deren Ausbildung und soziale Integration. Angesichts dessen m ssen angemessene Ma nahmen durch die ffentlichen Beh rden ergriffen werden, um den Familien zu erm glichen, ihre Unterst tzung f r die behinderte Person so integrativ wie m glich zu organisieren.

 

5. Spezielle Aufmerksamkeit f r behinderte Frauen

Das Europ ische Jahr muss als M glichkeit gesehen werden, die Situation von behinderten Frauen aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Der soziale Ausschluss, dem behinderte Frauen gegen berstehen, kann nicht nur durch ihre Behinderung erkl rt werden, sondern die Frage des Geschlechts muss auch beachtet werden. Die mehrfache Diskriminierung, der behinderte Frauen ausgesetzt sind, muss durch eine Kombination von Ma nahmen des Mainstreamings und F rderma nahmen, die bestimmt werden in Abstimmung mit behinderten Frauen, berwunden werden.

 

6. Integration Behinderter in alle gesellschaftlichen Bereiche

Behinderte Menschen sollten Zugang haben zu den Gebieten Gesundheit, Bildung, berufliche und soziale Dienste und zu all den M glichkeiten, die f r nicht behinderte Menschen vorhanden sind. Die Durchf hrung eines integrativen Ansatzes im Bereich der an Behinderung und behinderter Menschen erfordert in der gegenw rtigen Praxis Ver nderungen auf verschiedenen Gebieten. Vor allen Dingen ist es notwendig abzusichern, dass f r behinderte Menschen verf gbare Dienste innerhalb und ber die verschiedenen Bereiche hinweg abgestimmt sind. Die Zug nglichkeit, die bestimmte Gruppen von behinderten Menschen ben tigen, muss bei der Planung jeder Aktivit t und nicht als ein Nachtrag, wenn der Planungsprozess bereits abgeschlossen wurde, in Betracht gezogen werden. Die Bed rfnisse von behinderten Menschen und ihren Familien sind verschieden und es ist wichtig, eine umfassende Antwort zu finden, die sowohl die ganze Person als auch die verschiedenen Aspekte seines oder ihren Lebens in Betracht zieht.

 

7. Besch ftigung als ein Schl ssel f r soziale Integration

Besondere Anstrengungen m ssen unternommen werden, um den Zugang behinderter Menschen zur Besch ftigung zu f rdern, vorzugsweise auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Das ist einer der wichtigen Wege, um gegen den sozialen Ausschluss von behinderten Menschen zu k mpfen und ihr unabh ngiges Leben und ihre W rde zu f rdern. Das erfordert nicht nur die aktive Mobilmachung der Sozialpartner, sondern auch der ffentlichen Verwaltungen, die schon bestehende Ma nahmen auch weiterhin verst rken m ssen.

 

8. Nichts ber behinderte Menschen [sagen, schreiben, tun] ohne behinderte Menschen [einzubeziehen]

Das Jahr muss eine Chance sein, behinderten Menschen, ihren Familien, ihren F rsprechern und ihren Verb nden eine neue und erweiterte politische und soziale M glichkeit auf allen Ebenen der Gesellschaft zuzubilligen, um die Regierungen in einen Dialog, die Entscheidungsfindung und den Fortschritt bei den Zielen der Gleichheit und Integration einzubeziehen.

 

Alle Aktionen sollten im Dialog und in Kooperation mit den einschl gigen repr sentativen Behindertenverb nden unternommen werden. Solche Teilhabe sollte nicht nur darauf beschr nkt sein, Informationen zu erhalten oder Entscheidungen zu billigen. Vielmehr m ssen die Regierungen auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung normale Mechanismen f r die Konsultation und den Dialog einstellen oder verst rken, die behinderten Menschen erm glichen, durch ihre Behindertenverb nde zur Planung, Einf hrung, Begleitung und Evaluation aller Aktionen beizutragen.

 

Ein starkes B ndnis zwischen den Regierungen und den Behindertenverb nden ist die erforderliche Basis, um am effektivsten Gleichberechtigung und soziale Teilhabe von behinderten Menschen voranzubringen.

 

Um diesen Prozess zu erleichtern, sollte die Leistungsf higkeit von Behindertenverb nde durch gr ere Mittelzuweisungen gesteigert werden, die ihnen erlauben, ihre Managementkapazit ten und ihre Kampagnen zu verbessern. Das beinhaltet auch die Verantwortung seitens der Behindertenverb nde ihre F hrungst tigkeit und ihre Repr sentativit t kontinuierlich zu verbessern.

 

Vorschl ge f r Aktionen

Das Europ ische Jahr von Menschen mit Behinderungen 2003 sollte eine F rderung der Fragen Behinderter bedeuten und das erfordert die aktive Unterst tzung von allen einschl gigen Mitstreitern in einer gro angelegten Partnerschaft. Daher werden konkrete Anregungen f r Aktion f r alle einschl gigen Mitstreiter vorgeschlagen. Diese Aktionen sind in das Europ ische Jahr zu etablieren und dar ber hinaus fortzusetzen; der Fortschritt sollte die gesamte Zeit bewertet werden.

 

1. EU Beh rden und nationale Beh rden in EU- und Beitrittsl ndern

ffentliche Verwaltungen sollten durch ihr Beispiel vorangehen und daher die ersten aber nicht die einzigen Akteure in diesem Prozess sein.

Sie sollten

-       die gegenw rtigen M glichkeiten der Gemeinschaft und der nationalen gesetzlichen Rahmenbedingungen mit der Absicht berpr fen, diskriminierende Praktiken auf dem Gebiet der Bildung, Besch ftigung und dem Zugang zu Waren und Dienstleistungen zu bek mpfen;

-       Untersuchungen gegen jene Einschr nkungen und diskriminierenden Barrieren einleiten, die die Freiheit von behinderten Menschen, voll an der Gesellschaft teilzuhaben, begrenzen und alle Ma nahmen unternehmen, die notwendig sind, um die Situation zu beheben.

-       Dienstleistungen und Leistungssysteme berpr fen, um sicherzustellen, dass diese Politik behinderten Menschen hilft und sie dabei unterst tzt, ein integrierter Teil der Gesellschaft, in der sie leben, zu bleiben bzw. zu werden.

-       Untersuchungen ber Gewalt und Aus bung von Missbrauch an behinderten Menschen durchf hren, mit besonderer Aufmerksamkeit auf die behinderten Menschen, die in gro en Einrichtungen leben.

-       die Gesetzgebung bez glich der Zug nglichkeit st rken, um sicherzustellen, dass behinderte Menschen die gleichen Rechte des Zugangs zu allen ffentlichen und sozialen Einrichtungen haben wie andere Menschen.

-       beitragen zur F rderung der Menschenrechte von behinderten Menschen auf weltweiter Ebene durch aktive Teilnahme an der Arbeit zur Vorbereitung einer UN-Konvention ber die Rechte von behinderten Menschen.

-       beitragen zur Situation von behinderten Menschen in den Entwicklungsl ndern, einschlie lich der sozialen Integration von behinderten Menschen als ein Ziel der nationalen und EU-Politik der Entwicklungszusammenarbeit.

 

2. rtliche Beh rden

Das Europ ische Jahr muss tats chlich vor allem auf lokaler Ebene stattfinden, wo die Anl sse f r die B rger real sind und wo die Vereinigungen von und f r Menschen mit Behinderungen den gr ten Teil ihrer Arbeit leisten. Es mu jede erdenkliche Anstrengung gemacht werden, um die Veranstaltungen, die Mittel und die Aktivit ten auf lokaler Ebene zu b ndeln.

 

Lokale Akteure sollten aufgefordert werden, die Bed rfnisse der Menschen mit Behinderungen in die st dtische- und Gemeindepolitik zu integrieren, einschlie lich der Bildung, Besch ftigung, des Wohnens, des Verkehrs, der Gesundheit und der sozialen Dienste und dabei die Verschiedenartigkeit von behinderten Menschen, einschlie lich u.a. lterer Menschen, Frauen und Einwanderer zu bedenken.

 

rtliche Verwaltungen sollten lokale Aktionspl ne auf der Grundlage von Behinderung in Kooperation mit den Vertretern der behinderten Menschen entwerfen und ihre eigenen lokalen Aussch sse einsetzen, um die Aktivit ten des Jahres der behinderten Menschen vorrangig zu f rdern.

 

2. Behindertenverb nde

Behindertenverb nde als Vertreter der behinderten Menschen haben die Hauptverantwortung, um den Erfolg der Europ ischen Jahres zu sichern. Sie haben sich selbst als Botschafter des Europ ischen Jahres anzusehen und alle einschl gigen Mitstreiter einzubeziehen, die konkrete Ma nahmen vorschlagen und sie m ssen versuchen, eine lang andauernde Partnerschaft zu etablieren, falls diese noch nicht existiert.

 

4. Arbeitgeber

Arbeitgeber sollten ihre Anstrengungen steigern, um behinderte Menschen in die Arbeit einzubeziehen, sie dort zu halten und zu f rdern und ihre Produkte und Dienstleistungen so gestalten, dass diese f r behinderte Menschen leicht zug nglich sind. Arbeitgeber sollten ihre eigene Politik berpr fen, um sicherzustellen, dass nichts behinderte Menschen davon abh lt, gleiche M glichkeiten in Anspruch zu nehmen. Arbeitgeberorganisationen k nnen zu diesen Anstrengungen beitragen, indem viele Beispiele guter Praxis, die es schon gibt, gesammelt werden.

 

5. Gewerkschaften

Gewerkschaften sollten ihr Engagement steigern, um den Zugang zur und die Beibehaltung von Besch ftigung von behinderten Menschen zu verbessern und sicherstellen, dass behinderte Menschen einen Nutzen ziehen aus dem gleichen Zugang zu Bildungs- und F rderungsma nahmen, wenn sie die Vertr ge in den Betrieben und beruflichen Sektoren verhandeln. Ebenso sollte mehr Aufmerksamkeit aufgewandt werden, um die Teilhabe und die Vertretung von behinderten Arbeitern zu f rdern, sowohl in ihren eigenen Entscheidungsstrukturen als auch bei den in den Betrieben oder den beruflichen Sektoren existierenden.

 

6. Medien

Die Medien sollten Partnerschaften mit Vereinigungen von Menschen mit Behinderungen begr nden und verst rken, um die Darstellung von behinderten Menschen in den Massenmedien zu verbessern. Mehr Information ber behinderte Menschen sollte in die Berichterstattung in Anerkennung der Tatsache, dass es verschiedenartige Menschen gibt, einflie en. Falls auf Behindertenangelegenheiten hingewiesen wird, sollten die Medien jede herablassende oder dem tigende Behandlung vermeiden und stattdessen auf die Barrieren, denen behinderten Menschen gegen berstehen und auf den positiven Beitrag zur Gesellschaft, den behinderte Menschen leisten k nnen, wenn diese Barrieren einst berwunden sein werden, hinweisen.

 

7. Bildungssystem

Schulen sollten eine f hrende Rolle einnehmen in der Verbreitung der Botschaft des Verstehens und der Akzeptanz der Rechte von behinderten Menschen, sie sollten helfen ngste, Mythen und Missverst ndnisse zu zerstreuen und die Anstrengungen der Gesellschaft unterst tzen. P dagogische Mittel, um Sch lern zu helfen ein Gef hl von Individualit t in Zusammenhang mit eigener oder anderer Behinderung zu entwickeln, und ihnen zu helfen, Unterschiede positiver zu sehen, sollten entwickelt und weit verbreitet werden.

 

Es ist notwendig, eine Bildung f r alle zur erreichen, die auf den Prinzipien der vollen Teilhabe und Gleichberechtigung basiert. Bildung spielt eine Schl sselrolle f r die Zukunft eines jeden Menschen, sowohl aus pers nlicher als auch aus sozialer und beruflicher Sicht. Das Bildungssystem muss daher die Hauptrolle spielen um eine pers nliche Entwicklung und soziale Einbeziehung zu sichern, die Kindern und Jugendlichen erlauben wird so unabh ngig wie m glich zu sein. Das Bildungssystem in der erste Schritt zu einer einbeziehenden Gesellschaft.

 

Schulen, Hochschulen und Universit ten sollten in Zusammenarbeit mit Fachleuten f r Behinderung, Vortr ge und Workshops f r Journalisten, Werbeagenturen, Architekten, Arbeitgeber, soziale und gesundheitliche F rsorgedienste, famili re Pflegepersonen, Freiwillige, und Mitglieder der rtlichen Verwaltung mit dem Ziel der Bewusstseinsbildung initiieren.

 

8. Eine gemeinsame Anstrengung zu der alle beitragen k nnen und sollten

Behinderte Menschen streben danach, auf allen Ebenen des Lebens dabei zu sein und das erfordert, dass alle Organisationen ihre Praktiken berpr fen, um sicher zu stellen, dass sie so gestaltet sind, dass behinderte Menschen an ihnen teilhaben und von ihnen unterst tzt werden k nnen. Solche Organisationen schlie en beispielsweise ein:

Verbraucherorganisationen, Jugendorganisationen, kulturelle Organisationen, andere soziale Verb nde, die spezifische Gruppen von B rgern repr sentieren. Es ist auch wichtig, diejenigen, die Entscheidungen treffen und Manager von Begegnungsst tten, wie Museen, Theater, Kinos, Parks, Stadien, Kongresszentren, Einkaufszentren und Post mter einzubeziehen.

 

Wir, die Teilnehmer der Madrider Konferenz unterst tzen diese Deklaration und verpflichten uns selbst, sie weit zu verbreiten, so dass sie die Verantwortlichen erreichen kann, und alle in Frage kommenden Mitstreiter ermutigen kann diese Deklaration vor, w hrend und nach dem Europ ischen Jahr von Menschen mit Behinderungen zu billigen. Durch Billigung dieser Deklaration, erkl ren wir, die Organisationen, offen unser Einverst ndnis mit der Vision der Madrider Deklaration und verpflichten uns, Aktionen durchzuf hren, die zu einem Prozess beitragen werden, der wirkliche Gleichberechtigung f r alle behinderten Menschen und ihre Familien mit sich bringen wird.

 

Wenn Ihre Organisation diese Deklaration billigen und diese Billigung ver ffentlichen m chte, so sollte sie das Europ ische Behindertenforum (info@edf-feph.org) informieren, das dann Ihre Organisation auf einem speziellen Abschnitt seiner Website aufnehmen wird (www.edf-feph.org), der der Unterst tzung der Madrider Deklaration gewidmet ist.